Unternehmen vorsichtig optimistisch/Einstellungsbereitschaft deutscher Unternehmen steigt leicht
Frankfurt am Main, 8. September 2009. Nach gut einem Jahr Rezession deuten erste Indikatoren wieder auf ein Anziehen der Konjunktur hin: Der deutsche Export wächst, die Inflation sinkt gen Null, die Verbraucher konsumieren ungebrochen, die Arbeitslosenzahl steigt bislang moderat. Parallel nimmt langsam die Bereitschaft der Unternehmen zu, Mitarbeiter einzustellen oder deren Zahl stabil zu halten. Zu dieser Einschätzung kommt das am Dienstag veröffentlichte Arbeitsmarktbarometer des Personaldienstleisters Manpower für das vierte Quartal 2009. Rund 83 Prozent der befragten Firmen beabsichtigen, den Personalstand zu halten; sieben Prozent wollen einstellen. Im Vergleich zum Vorquartal verbessert sich der Netto-Beschäftigungsausblick um einen Prozentpunkt auf -1 Prozent. Positive Vorzeichen zeigt die Beschäftigungsquote für vier Wirtschaftszweige, während das produzierende Gewerbe erneut hinter den anderen Branchen zurückbleibt.
Unternehmen suchen gezielt – Fachkräfte gefragt
„Die Unternehmen agieren sehr überlegt. Wenn sie suchen, dann sehr gezielt nach qualifiziertem Personal“, sagt Christian Salge, Mitglied der Geschäftsleitung von Manpower Deutschland in Frankfurt. Gefragt seien „in erster Linie Fachkräfte und Spezialisten“. Bei Manpower Deutschland werden vor allem Beschäftigte für den Finanzbereich und das Gesundheitswesen nachgefragt.
Mit +7 Prozent zeigt sich der Bereich Finanzen und Immobilien am optimistischsten, gefolgt von der Versorgungswirtschaft sowie dem Bereich öffentliche Hand und Soziales einschließlich des Gesundheitswesens. Im Spezialmarkt Gesundheitswesen baut Manpower Deutschland seine Aktivitäten aus mit dem Ziel, verstärkt Bewerber zu gewinnen und Arbeitgeber über den Nutzen professioneller Instrumente in der Personalsuche zu informieren. Das produzierende Gewerbe verzeichnet bei der Einstellungsbereitschaft mit -10 Prozent den niedrigsten Wert aller Branchen. Sinkendes Interesse an Neueinstellungen lassen die Land- und Forstwirtschaft (-9 Prozent) und das Baugewerbe (-2 Prozent) erkennen. Handel und Hotellerie (-5 Prozent) sowie der Bergbau (-4 Prozent) zeigen ebenfalls wenig Bereitschaft, Mitarbeiter fest zu verpflichten.
Salge ist überzeugt, dass Unternehmen künftig verstärkt auf Zeitarbeit setzen werden: „Sie ermöglicht der Wirtschaft die Flexibilität, die sie dringend braucht.“ Arbeitnehmerüberlassung sei ein Konjunkturindikator: „Geht es aufwärts, greifen Unternehmen auf Zeitarbeiter zurück, um Aufträge abzuarbeiten, bevor sie Stammmitarbeiter einstellen.“ Im aktuellen Konjunkturzyklus wird dies nur abgemildert gelten. Von Ende 2009 an werde die deutsche Wirtschaft die ersten Anzeichen des Aufschwungs zunächst nutzen, für rund 1,1 Million Arbeitnehmer die Kurzarbeit schrittweise zu reduzieren. Manpower erwartet für sein Geschäft eine deutliche Belebung erst ab der zweiten Jahreshälfte 2010.
Berlin und Ostdeutschland legen zu
Das Arbeitsmarktbarometer für das vierte Quartal 2009 geht für die Hälfte der acht Regionen Deutschlands von einer positiven Einstellungsbereitschaft aus. Verbessert haben sich Berlin (+6 Prozent) und Ostdeutschland (+3 Prozent). München präsentiert sich erholt, ebenso das Ruhrgebiet. Die Stimmung in Frankfurt ist negativ: Mit -11 Prozent erreicht die Finanzmetropole den niedrigsten Wert unter den acht Regionen. Für Nord-, West- und Süddeutschland sagt die Prognose Minuswerte voraus.
Weitere Informationen zu dem Manpower Arbeitsmarktbarometer erhalten Sie unter:
Manpower Arbeitsmarktbarometer
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