Arbeitsunfall: Darauf musst Du achten!

Es ist schnell passiert: Ein wackliges Regal, ein unachtsamer Kollege oder mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen können innerhalb weniger Augenblicke einen schlimmen Arbeitsunfall verursachen! Wie musst Du in solchen Situationen handeln?  Und ab wann handelt es sich überhaupt um einen Arbeitsunfall? Wir geben Dir antworten auf die wichtigsten Fragen.

 

 

Was ist ein Arbeitsunfall?

Ein Arbeitsunfall ist komplizierter als Du vielleicht denkst. Es handelt sich dabei um ein Unglück, das versicherte Personen während einer versicherten Tätigkeit erleiden. Wenn Du Dir beispielsweise beim Verladen großer Gegenstände die Hand verletzt, ist das ein Arbeitsunfall. In diesem Fall greift die gesetzliche Unfallversicherung. Auch der direkte Weg von Deinem Zuhause zum Arbeitsplatz und zurück ist versichert. Das gilt auch, wenn Du Dir mittags im Supermarkt ein belegtes Brötchen holst. Sobald Du aber einen Umweg zur Lotto-Annahmestelle machst oder im Supermarkt noch privat für den Feierabend einkaufst, bist Du nicht mehr versichert! Dies gilt übrigens auch, wenn das Opfer zum Zeitpunkt des Unfalls unter Alkoholeinfluss stand.  

Wer ist wann versichert?

Der Kreis der Versicherten ist groß. Auch Deine Kinder in der Schule gehören dazu. Wenn sich Dein Sohn im Sportunterricht einen Arm brechen sollte, zählt das als Arbeitsunfall. Ebenso genießen Menschen, die nach einem Autounfall erste Hilfe geleistet haben, Versicherungsschutz. Ein Arbeitsunfall muss nicht zwangsweise an Deinem Arbeitsplatz passieren. Bei sogenannten Wegeunfällen, die auf dem direkten Weg zur Arbeit geschehen, greift die gesetzliche Unfallversicherung genauso. Selbst Verletzungen, die während des Betriebssports auftreten, fallen unter diesen gesetzlichen Versicherungsschutz.

 

 

Was tun nach einem Arbeitsunfall?

Zwar sind die Zahlen in den vergangenen Jahren gesunken, doch Arbeitsunfälle gibt es leider immer wieder. Wenn Du selbst betroffen bist, ist es am wichtigsten, dass Du ärztlich versorgt wirst. Dafür musst Du schnellstmöglich einen sogenannten Durchgangsarzt aufsuchen oder Dich im Zweifel dorthin bringen lassen. Diese Ärzte sind in der Regel auf Unfallchirurgie und Orthopädie spezialisiert. Zudem haben sie  ihre Qualifikation für die Behandlung von Unfällen gegenüber der Berufsgenossenschaft nachgewiesen. Der Besuch eines Durchgangsarztes ist nötig, damit Du Deinen Versicherungsschutz behältst und die Lohnfortzahlung gesichert ist. Der Gang zum Hausarzt reicht nicht aus. Außerdem muss Dein Arbeitgeber den Unfall bei der Berufsgenossenschaft melden, wenn Du voraussichtlich länger als drei Tage arbeitsunfähig sein wirst. Diese Unfallanzeige ist sehr wichtig, damit die Betreuung durch die Berufsgenossenschaft einsetzen kann. Achte deshalb darauf, dass Dein Arbeitgeber seiner Meldepflicht nachkommt. 

Wie lässt sich ein Unfall vermeiden?

Um Unfälle zu vermeiden, gibt es verschiedene Maßnahmen, die Du und Dein Arbeitgeber treffen könnt und müsst. Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, mögliche Gefahren an Deinem Arbeitsplatz festzustellen. Wenn es Mängel gibt, muss er entsprechende Maßnahmen ergreifen, um diese potenziellen Gefahren zu minimieren. Können diese weder durch technische noch durch organisatorische Maßnahmen vermieden werden, muss Dein Arbeitgeber entsprechende Schutzkleidung zur Verfügung stellen. Du bist wiederum verpflichtet, diese persönliche Schutzausrüstung (PSA) auch ordnungsgemäß zu tragen. Dazu zählen je nach Gefahrenlage eine Schutzbrille, Sicherheitsschuhe oder ein Kopfschutz. Deine Ausrüstung solltest Du vor jedem Tragen kurz auf ihre Funktionalität überprüfen. Noch mehr Informationen zur persönlichen Schutzausrüstung findest Du hier.