Bewerben leicht gemacht: So gelingt der Berufsstart

Endlich geschafft. Das lange Lernen hat sich nun ausgezahlt. Doch die erste Freude weicht der bangen Frage: „Werde ich einen Job finden, der mir gefällt?“ Es kommt die Ahnung auf, dass es nicht so leicht ist, im Bewerbungsprozess alles richtig zu machen. Es fängt schon mit dem Lebenslauf an, der bei vielen noch recht leer ist, denn was soll da überhaupt drinstehen, wenn noch keinerlei Berufserfahrung vorhanden ist? Wir geben fünf Tipps, wie die Bewerbung auch als Neuling gute Erfolgschancen bietet.

Wenig Berufserfahrung heißt nicht wenig Erfahrung

Nur weil noch kein festes Arbeitsverhältnis vorlag, muss der Lebenslauf nicht leer wirken. Es gehören nicht nur die besuchten Schulen hinein. Oft lassen sich auch andere Erfahrungen finden, die einen künftigen Arbeitgeber interessieren. Absolvierte Praktika gehören natürlich dazu. Aber auch Ferienjobs und Aushilfstätigkeiten können wichtig sein. Denn auch wenn die Tätigkeit als Brötchenverkäufer oder Zeitungsausträger nichts mit dem künftigen Beruf zu tun hat, so bestand doch Kundenkontakt oder es musste eine Abrechnung am Computer erstellt werden. Künftige Arbeitgeber lesen gern, wenn der Bewerber bereits im Team gearbeitet hat, mit Kollegen und Kunden einen guten Umgangston pflegte und sich Neues schnell angeeignet hat. Auch für derartige Jobs kann ein Zeugnis ausgefertigt werden. Auslandsaufenthalte gehören genauso zu den erwähnenswerten Erfahrungen. Wer tiefer gräbt, findet auch die Mitarbeit bei der freiwilligen Feuerwehr oder den Fußballtrainerjob. Dort war vermutlich auch erste Führungsverantwortung nötig sowie Organisationstalent.

Von Anfang an spannend schreiben

Gerade bei jungen Bewerbern, die noch keine Berufserfahrung haben, fällt ein besonders intensiver Blick auf das Anschreiben. Daher sollten Standard-Anfangssätze wie „Mit Interesse habe ich Ihr Stellenangebot gelesen…“ und „Hiermit bewerbe ich mich als…“ eher vermieden werden. Lieber direkt und konkret schreiben, wie der derzeitige Stand ist. Mit der Tür ins Haus zu fallen ist in diesem Fall nicht schlimm. Der Personaler liest viele Bewerbungen am Tag und freut sich, wenn er schnell alle Fakten auf dem Tisch hat. Gleich der erste Satz kann genutzt werden, um auf sich aufmerksam zu machen. Das können wichtige Details aus dem Lebenslauf sein, die zum Anzeigentext passen. Es kann auch Bezug genommen werden auf ein zuvor geführtes Telefonat oder ein bereits absolviertes Praktikum.

Warum wir so sind, wie wir sind

Es darf im Anschreiben ruhig eine Auswahl an Soft Skills wie Organisationstalent oder Teamfähigkeit dargestellt werden. Aber bitte nicht nur als Wiederholung der Stellenanzeige, sondern mit klaren Belegen. Statt leerer Phrasen gefällt dem Personaler viel eher ein Text wie: „Als Verantwortlicher für Veranstaltungen in meinem Sportverein konnte ich seit Jahren mein Organisationstalent verbessern.“ Dass ein Bewerber offen ist für Neues und sich schnell einarbeitet, kann mit einem Umzug in eine neue Stadt oder wechselnden Praktika begründet werden. Auch ein Lebenslauf erhält viel mehr Aussagekraft, wenn nicht nur Ort und Zeit, sondern auch eine grobe Auflistung der Aufgaben und Meilensteine einfließen.

Partner fürs Arbeitsleben

Niemals vergessen zu begründen, warum Arbeitgeber und Bewerber perfekt zusammenpassen. Es lohnt auch ein Blick auf die Internetseite der Firma, die oft Informationen über eine Unternehmensphilosophie beinhaltet. Oftmals sollten Anschreiben und Lebenslauf nochmals angepasst werden und können nicht für alle Bewerbungen gleich sein. Hier darf auch das eigene Hobby als Begründung miteinfließen.

Wie viel darf es sein?

Gerade für Berufseinsteiger ist die Gehaltsfrage schwierig zu beantworten. Es gibt schließlich keinen direkten Vergleichswert einer bisherigen Tätigkeit. Auch haben Berufseinsteiger oft nicht so viel Kontakt zu anderen Berufserfahrenen in der selben Branche, die ihnen eine Vorstellung vermitteln können. Trotzdem sollten Bewerber nicht ohne eine Gehaltsvorstellung in ein Bewerbungsverfahren eintreten. Teilweise ist es leicht: In manchen Unternehmen und Branchen gibt es Tarifverträge, in denen ein Gehalt abzulesen ist. Oft hilft auch ein Blick auf die Firmenwebsite, um in etwa zu wissen, was auf einen zukommt. Für alle anderen kann ein Online-Gehaltsvergleich eine Hilfe sein.