Der Arbeitsplatz der Zukunft ist auf dem heimischen Sofa

Die Digitalisierung und der technische Fortschritt des 21. Jahrhunderts haben eine große Wirkung auf den Arbeitsmarkt. Die Arbeitsprozesse werden effizienter und schneller, es werden neue Jobs erschaffen und der Arbeitsort wird flexibler.
 

Im Durchschnitt verbringt jeder Deutsche ein Drittel seines Tages mit Arbeit. Dies ist nach Schlafen die Beschäftigung, in die wir die meiste Zeit investieren. Es empfiehlt sich also für Arbeitnehmer, diesen Lebensbereich so angenehm wie möglich zu gestalten. Unser Arbeitgeber kann uns dabei unterstützen, denn auch er weiß: Wer bei der Arbeit zufrieden ist, arbeitet produktiver.

In der von der ManpowerGroup durchgeführten internationalen Studie „Global Candidate Preferences“ wurden 14.000 Berufstätige in 19 Ländern befragt, welche Faktoren für sie bei der Jobsuche entscheidend sind. Die Arbeitszeitflexibilität ist mit durchschnittlich 38 Prozent einer der drei wichtigsten Motivationsfaktoren für berufliche Entscheidungen. Die Top-3-Kriterien sind die Möglichkeiten von Gleitzeit, das ortsunabhängige Arbeiten bzw. Home-Office und die Mitsprache bei der Einteilung der Arbeitsschichten.

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Dem Deutschen sind vor allem Home-Office und Gleitzeit wichtig

Wir Deutsche wollen selbst entscheiden, wann und wo wir arbeiten. Dementsprechend stellen wir laut Studie das Home-Office in Voll- und Teilzeitberufen und die Gleitzeit in den Vordergrund. Es ist ersichtlich, dass die Flexibilität der Arbeit für uns immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein Grund ist die Präsenz internationaler Unternehmen in Deutschland und junge Arbeitnehmer, die in Zeiten der Digitalisierung aufgewachsen sind. Auch die Arbeit der Gewerkschaft zum sozialen Arbeitsschutz oder die Vermeidung von langen Wartezeiten durch Staus im Berufsverkehr sind Treiber für flexiblere Arbeitsmodelle. 

Insbesondere in der Chefetage ist der Wunsch nach ortsunabhängiger Arbeit, wie zum Beispiel im Home-Office, sehr hoch. Es gaben insgesamt 44 Prozent der befragten Geschäftsführer in Deutschland an, dass sie das Home-Office befürworten. Die Arbeitnehmer in Deutschland legen den Fokus im Vergleich zu ihren Vorgesetzten eher weniger auf ortsunabhängige Arbeit. Es gab nur jeder dritte Abteilungsleiter und jede fünfte Fachkraft an, dass es ihnen persönlich sehr wichtig ist, auch von zu Hause aus arbeiten zu können.

Gibt es bald keine „normalen“ Büros mehr?

Der Studie ist zu entnehmen, dass immer mehr Menschen kulturübergreifend die Arbeitszeitflexibilität als einen sehr wichtigen Motivationsfaktor für ihre beruflichen Entscheidungen sehen. Von 2015 bis 2016 nahm die Anzahl der Arbeitnehmer, welche dies behaupten in China um 30 Prozent zu, in den USA um 29 Prozent und in Australien um 21 Prozent zu. Tendenz steigend.

Jedoch ist es unwahrscheinlich, dass in Zukunft alle Arbeitnehmer von Zuhause aus arbeiten werden. In vielen Berufen, wie zum Beispiel bei Feuerwehrleuten, Ärzten, Postboten oder in der Produktion, ist dieses Konzept schlichtweg nicht umsetzbar.

Auch in manchen anderen Berufen ist es aus Sicherheitsgründen nicht möglich, im Home-Office zu arbeiten. Gerade da wo Mitarbeiter mit sensiblen Daten umgehen, ist Vorsicht geboten. Trotzdem werden zukünftig die Arbeitszeit und der Arbeitsort flexibler und Arbeitgeber werden stärker für ein gutes Arbeitsklima auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen.