Die Facebook-Falle: Job-Risiko Social Media

Partyfotos, Gewaltvideos, Hasskommentare: Das alles sehen nicht nur Freunde und Familie auf Facebook, Twitter & Co. Auch Personaler sehen diese Postings, wenn sie die sozialen Netzwerke nach dem Namen eines Bewerbers durchsuchen. Bei Facebook, Twitter, Instagram und Snapchat geben viele Menschen öffentlich Informationen von sich preis, die höchstens enge Freunde und Familie sehen sollten. Personalabteilungen schauen sich die Social-Media-Kanäle jedoch ebenfalls genau an. Im Zweifelsfall bekommt dann der Kandidat den Job, der das harmlosere Social-Media-Profil hat.

Foto, Facebook, Social Media

Unmoralisches Verhalten ist ein Karrierekiller

Eine kürzlich veröffentlichte wissenschaftliche Studie liefert nun den Grund für das Verhalten der Personaler: Wir alle schätzen unmoralisch handelnde Personen als weniger fähig ein. Die Forscher von den Universitäten Toronto und Stanford fanden heraus, dass unmoralisches Handeln zu einer niedrigen Bewertung der sozialen Kompetenz führt. Wenn wir also davon ausgehen, dass sich jemand im Büro genauso verhält wie am Stammtisch, halten wir ihn/sie für ungeeignet für den Job. 

Social-Media-Ausrutscher kann Traumjob kosten

Für den Umgang mit den sozialen Netzwerken bedeutet das, dass Personaler an Deiner beruflichen Fähigkeit zweifeln, nachdem sie beispielsweise bei Facebook Fotos von Dir im betrunkenen Zustand gesehen haben. Wenn Du also unbedingt ein öffentliches Profil haben willst, solltest Du darüber nachdenken, was Du schreibst oder welche Fotos Du einstellst. Andernfalls kann ein Ausrutscher in den sozialen Medien im Handumdrehen den Job kosten. Das gilt nicht nur für Bewerber, sondern auch für alle, die ihn schon gefunden haben.

Diese Erfahrung musste ein 17-jähriger Lehrling aus Österreich im Sommer 2015 machen. Sein Hasskommentar zum Foto eines syrischen Flüchtlingsmädchens schlug damals hohe Wellen. In seinem Profil hatte er angegeben, bei einem großen deutschen Luxusautohersteller zu arbeiten. Deshalb dauerte es nicht lange, bis Nutzer den Autobauer über die Aktivitäten des Azubis informierten. Daraufhin entließ ihn das Unternehmen. 

Aber auch, wer öffentlich über den Chef oder die Vorgesetzte lästert, Betriebsgeheimnisse ausplaudert oder gar über Kunden herzieht, kann sich schnell selbst ins Aus schießen. Denkt deshalb besser immer zwei Mal nach, bevor Ihr was postet. Und überlegt im Zweifelsfall, ob Ihr das auch persönlich Eurem Gegenüber ins Gesicht sagen würdet. 

Privates Profil schützt vor neugierigen Blicken

Selbst wenn Du niemals politische Kommentare abgibst, gibt es in den sozialen Medien viele Fettnäpfchen, in die Du treten kannst. Deshalb haben die Netzwerke eine Funktion, mit der Deine Privatsphäre geschützt ist. Du findest sie in der Regel im Menü unter „Einstellungen“. Nur Deine Kontakte sehen dann die Inhalte, die Du veröffentlichst und die Fotos, auf denen Du verlinkt bist. Alle anderen können zwar weiterhin Dein Profil finden. Dort sehen sie aber höchstens Dein Profilfoto. Vor allem wenn Du gerade in der Bewerbungsphase bist, solltest Du Deine Social-Media-Profile noch einmal genau überprüfen – und im Zweifel den privaten Modus aktivieren oder problematische Inhalte löschen.