Große Unternehmen stellen so viele Menschen ein wie lange nicht mehr

Jedes Quartal fragt die ManpowerGroup über 1.000 Arbeitgeber aus verschiedenen Branchen und Regionen in Deutschland: Wie sehen Ihre Beschäftigungspläne in den nächsten drei Monaten aus? Seit über 50 Jahren lassen sich die Prognosen im Nachhinein bestätigen. Ein guter Grund, einen Blick auf die aktuellen Aussichten zu werfen.

 

„Gesamtwirtschaftlich werden Rückgänge in einzelnen Branchen und Regionen gerade durch Spitzen in der Industrie und in den Metropolen aufgefangen“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Die deutsche Exportstärke hilft vor allem Konzernen und der Industrie. Das spiegelt sich auch im starken Beschäftigungsausblick dieser Gruppe von Arbeitgebern wieder.“

Die Studienergebnisse kompakt als Video und Infografik
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99 Prozent aller deutschen Großunternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern wollen wachsen oder planen zumindest keine Entlassungen. Vier von zehn Arbeitgebern dieser Größe sind konkret auf Personalsuche um neue Mitarbeiter einzustellen. Das ist der stärkste Wert seit 2008.

„Global agierenden Großunternehmen wie den Dax-Konzernen steht ein Rekordjahr bevor, ihre Umsätze haben sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Drittel verbessert. Daher begeben sie sich mit Hochdruck auf die Suche nach neuen Mitarbeitern, wie auch viele Unternehmen in anderen Ländern“, sagt Brune. „Der deutsche Mittelstand muss gute Argumente finden, um im Wettbewerb um die besten Fachkräfte neben den Konzernen wahrgenommen zu werden.“

Denn zusätzlich planen auch 27 Prozent der mittelständischen Arbeitgeber, noch in diesem Jahr neue Mitarbeiter einzustellen. Bei kleinen Unternehmen ist der Wert im Vergleich zum Vorjahr von +14 Prozent auf +10 Prozent gesunken.

Dienstleister und Industrie im Aufwind – Handel zeigt stärksten Einbruch seit 2003


Die Arbeitgeber im Sektor „Handel und Gastgewerbe“, der stark von kleinen Unternehmen geprägt ist, mussten den größten Rückgang hinnehmen. Der Netto-Beschäftigungsausblick liegt hier im vierten Quartal bei -6 Prozent und damit 11 Prozentpunkte schwächer als im Vorjahr. Dies ist der stärkste Einbruch seit Beginn der Erhebung in 2003. Die Transportbranche sowie Versorger im Bereich Gas, Wasser und Elektrizität verlieren leicht.

Die stärkste Bereitschaft zur Neueinstellung herrscht, wie auch in den Quartalen zuvor, im Bereich Finanzen und Unternehmensdienstleistungen. Unter den vier optimistischsten Branchen befindet sich zudem die Industrie. Auch das Baugewerbe sowie die öffentliche Verwaltung gehören zu den Wirtschaftssparten mit gutem Einstellungsklima.

Frankfurt meldet die stärksten Beschäftigungsaussichten, Berlin holt auf

Die Mainmetropole erreicht mit einem Beschäftigungsausblick von +14 Prozent den besten Wert im Regionalvergleich. Jeder fünfte Arbeitgeber in Frankfurt am Main will einstellen. „Neun von zehn Frankfurter Unternehmen gehören zum Dienstleistungssektor, der branchenweit den besten Beschäftigungsausblick zeigt", erklärt Brune. „In Folge des Brexit gewinnt Frankfurt für die Finanzwirtschaft an Bedeutung, sie kann mit dem Zuzug von Fachkräften aus London rechnen.“

Auch in München plant etwa jedes fünfte Unternehmen Neueinstellungen im vierten Quartal, doch es wollen auch sechs Prozent der Firmen Personal abbauen.

Die deutsche Hauptstadt hat zwar keinen so hohen Beschäftigungsausblick wie Frankfurt oder München, steht mit +7 Prozent aber vorsichtig optimistisch da. „Der gesamte Osten zeigt eine positive Entwicklung“, sagt Brune.

Verlierer im regionalen Vergleich ist vor allem das Ruhrgebiet mit einem Beschäftigungsausblick von -6 Prozent im vierten Quartal – ein Verlust von 15 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.


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