Gutes tun in der Weihnachtszeit – so geht’s!

Weihnachten – das Fest der Liebe. Viele tragen sich gerade zu dieser Zeit mit dem Gedanken, anderen zu helfen. Mitarbeiter wollen sich an Hilfsaktionen beteiligen oder haben tolle Ideen, was man tun kann. Aber wen muss ich eigentlich wann fragen, wenn ich irgendwo aushelfen will? Habe ich ein Recht darauf, an Charity-Aktionen teilzunehmen? Und wie kriege ich meine Ideen umgesetzt, wenn ich die Kollegen zum Spendensammeln motivieren will? Antworten gibt es in unserem How-to rund ums Helfen.

 

Volunteering in der Weihnachtszeit

Kann ich während der Arbeitszeit gemeinnützig aktiv sein?

Das hängt von Ihrem Arbeitgeber ab. Grundsätzlich besteht darauf kein Anspruch. Für Ehrenämter, die im öffentlichen Interesse liegen, stellen manche Chefs ihre Mitarbeiter frei. Manche Bundesländer wie Hessen haben in ihren Verfassungen das Recht festgeschrieben, sich ehrenamtlich zu betätigen. Für einige Tätigkeiten gibt es dann spezielle Regelungen. Wenn THW-Hilfskräfte freigestellt werden, erhält der Arbeitgeber beispielsweise das Arbeitsentgelt einschließlich der Beiträge zur Sozialversicherung erstattet. Im Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetz ist festgelegt, dass Arbeitnehmer zwölf Tage im Jahr für ehrenamtliche Jugendarbeit bezahlt freizustellen sind. Ansonsten gilt aber: Private Ehrenämter müssen generell in die Freizeit fallen. Dazu gehören die meisten Hilfsdienste zur Weihnachtszeit. Es spricht aber natürlich nichts dagegen, eine firmenweite Aktion zu planen und um Unterstützung seitens des Arbeitgebers zu bitten.

Wenn ich mich außerhalb der Arbeitszeit ehrenamtlich engagiere, geht es meinen Arbeitgeber ja nichts an, oder?

Das stimmt so leider nicht. Der Arbeitgeber sollte von ihrem Engagement wissen. Es fällt auch unter den Begriff Nebentätigkeit, die in der Regel laut Arbeitsvertrag angezeigt werden muss. Allerdings darf er die freiwillige Arbeit nur im Ausnahmefall verbieten. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie ständig übermüdet zur Arbeit kommen, weil Sie nachts für die freiwillige Feuerwehr unterwegs sind. Prinzipiell sollen Arbeitnehmer zusammen mit dem Hauptjob und dem Ehrenamt nicht mehr arbeiten als es die maximale Höchstdauer der Wochenarbeitszeit vorschreibt. Das sind 48 Stunden in der Woche.

Wie und wo finde ich geeignete Projekte?

Ein Klassiker zur kalten Jahreszeit ist die Hilfe in Suppenküchen für Obdachlose oder Jugendliche. Eine Idee speziell zu dieser Zeit ist die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ (http://www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton/so-gehts), bei der Geschenke für Kinder gesammelt werden. Bei gutetat.de engagieren sich viele sogenannte „Engel“ ehrenamtlich, zum Beispiel nach Feierabend. Die Projekte, die dabei von der Stiftung an freiwillige Helfer vermittelt werden, reichen von der Betreuung von Kranken und Senioren bis zur Teilnahme an Kindergartenausflügen. Laut einer Studie der Robert Koch Stiftung wollen zwei Drittel der Deutschen gerne Flüchtlingen helfen. Die Möglichkeit dazu gibt es zum Beispiel in regionalen Willkommenszentren und bei Initiativen für Flüchtlingsunterkünfte wie Hanseatic Help. Hier können Sie mitanpacken oder Sachspenden abgeben.

Nur zur Weihnachtszeit?

Natürlich muss die Hilfe nicht zur Weihnachtszeit stattfinden. Für die Bedürftigen ist es wichtig, über das ganze Jahr hinweg Unterstützung zu erhalten. In der Vorweihnachtszeit ist die Bereitschaft aber besonders groß, daher stoßen Aktionen zu anderen Zeitpunkten oft auf besondere Gegenliebe. Seien Sie mutig und stoßen Sie ruhig auch ein Projekt in Ihrem Unternehmen an. Beispielsweise einen Social Day wie das 24HELP-Programm der ManpowerGroup. Dabei stellt die Firma ihre Mitarbeiter für einen ganzen Tag frei für ehrenamtliche Projekte wie zum Beispiel den Weihnachtsmarktbesuch mit Rollstuhlfahrern oder Aushilfe in einer Behindertenwerkstatt.

Ich kann nicht so viel Zeit aufbringen. Kann ich trotzdem helfen?

Statt selber mitanzupacken, können Sie natürlich auch spenden. Denkbar sind zum Beispiel finanzielle Hilfen für ein Krankenhaus in Pakistan oder eine Behindertenwerkstatt in Indien. Eine andere Idee: Die Hilfsorganisation Oxfam bietet an, dass man Nutztiere für Menschen in den ärmsten Regionen der Welt kauft. So können Sie irgendjemandem auf der Welt zu Weihnachten eine Ziege, einen Esel oder ein Schaf schenken. Einen Anhaltspunkt, ob die Organisation, für die Sie spenden wollen, seriös mit dem Geld umgeht, bietet das Siegel des Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen.

Eine Möglichkeit zu firmenweiten Spenden bietet die Restcent-Aktion: Mitarbeiter spenden freiwillig den Centbetrag des Monatsgehaltes. Unicef wiederum setzt auf das Prinzip „Spenden statt Geschenke“. Unternehmen können den Betrag, der eigentlich für kleine Geschenke an Kunden und die Belegschaft bereit steht, auch spenden.

Manchmal liegt die gute Tat aber auch näher als Sie denken: Wann haben Sie Ihren Kollegen das letzte Mal eine Freude gemacht? Wann haben Sie zuletzt „Danke“ gesagt für die Urlaubsvertretung oder die aufmunternden Worte? Auch im nächsten Umfeld bietet es sich zur Weihnachtszeit an mit selbstgemachten Keksen oder einem Schoko-Nikolaus überraschend für Feststimmung und Freude zu sorgen.