Höchste Fettnäpfchen-Gefahr: Wie Sie die Weihnachtsfeier mit den Kollegen meistern

Es ist ein ziemlicher Spagat: Auf der einen Seite soll es auf der Weihnachtsfeier mit den Kollegen fröhlich zugehen. Auf der anderen Seite lauern viele Fettnäpfchen, wenn man mit Vorgesetzten und Mitarbeitern in lockerer Atmosphäre anstößt. Für Vorgesetzte sind derartige Anlässe auch oft eine Art Test, um zu sehen, wer im Team aus welchem Holz geschnitzt ist. Die Herausforderung besteht also darin, authentisch zu feiern, ohne über die Stränge zu schlagen. Damit das gelingt, beantworten wir für Sie die wichtigsten Fragen rund um die betriebliche Weihnachtsfeier.

 

Weihachtsfeier Tipps
  • Muss ich dabei sein?

Die wichtigste Regel aus dem Weihnachtsknigge lautet: Bloß nicht absagen.  Wer nicht kommt, signalisiert, dass einem die Kollegen und das Unternehmen nichts bedeuten. Wenn Sie absagen wollen, sind Notlügen tabu. Sie brauchen schon wichtige Gründe, die eine Absage rechtfertigen. Dazu gehören Krankheiten oder Verpflichtungen im Familienkreis. Auch Glatteis oder andere Fälle von höherer Gewalt sind akzeptable Gründe, um fernzubleiben. Wer von sich aus so früh wie möglich für Klarheit sorgt und seine Abwesenheit begründet, zeigt seine Wertschätzung gegenüber den Kollegen und dem Unternehmen, auch wenn er nicht kommt.  

 

  • Was ziehe ich an?

Aus dem Charakter der Weihnachtsfeier ergibt sich der Dresscode. Geht es kurz nach Feierabend zum Weihnachtsmarkt, tragen Sie einfach Ihr Büro-Dress weiter. Beim Restaurantbesuch ist das ebenfalls angemessen. Bei einem Bankett ist elegantere Kleidung gefragt. In der Regel, wird der Dresscode auf der Einladung stehen, falls elegantere Garderobe als “Business Casual” angebracht ist.

 

  • Wen begrüße ich zuerst?

Hier heißt die einfache Regel „Oben sticht unten“. Zuerst begrüßen Sie die Vorgesetzten, dann die Kollegen. Bei denen müssen Sie aber nicht weiter nach Rang differenzieren. Es wäre viel zu umständlich, Einkaufsleiter, Senior-Projektmanager, Online-Redakteure oder Marketingverantwortliche spontan in die richtige Hierarchie zu bringen. Auch Weihnachten gilt aber: Begrüßen Sie zuerst die Frauen, erst dann die Männer in der Runde. Danach gilt die Regel: Ältere Personen werden stets vor jüngeren begrüßt.

 

  • Wo setze ich mich hin?

Wenn keine Namenskarten auf dem Tisch stehen, setzt man sich wohin man möchte. Fettnäpfchen-Potential hat die Platzwahl nicht. Ein Tipp: Suchen Sie sich Tischnachbarn, mit denen Sie nicht jeden Tag zu tun haben. Die Feier ist eine tolle Chance, ins Gespräch zu kommen.

 

  • Über was soll ich mich unterhalten?

In diesem Rahmen sollten Sie heiße Eisen meiden. Tabu sind weltanschauliche Diskussionen, aber auch Kritik an Vorgesetzten, das Lästern über neuen Kollegen oder das Neueste aus Ihrem Liebesleben. Auch Gehaltsverhandlungen werden nicht bei der Weihnachtsfeier geführt. Anzüglich Witze führen meist zu peinlichem Schweigen in der Runde. Die aktuellen Netflix-Serien, Fußball oder der letzte Urlaub gehen dagegen immer als Thema.  

 

  • Was soll ich bestellen?

Wenn kein Menü vorbereitet ist, orientieren Sie sich an ihren Kollegen, bzw den Vorgesetzten, falls diese in Reichweite sitzen. Wie viele Gänge wählen sie?  Wie teuer sind die bestellten Gerichte? Bei den Getränken kann jeder individuell vorgehen. Selbst wenn die Vorgesetzten keinen Alkohol trinken, ist es kein Fauxpas, einen Wein oder ein Bier zu bestellen.  

 

  • Wie ist das mit dem Alkohol?

Alkohol trinken ist kein Tabu, aber Maßhalten ist Pflicht. Ein paar Bierchen, ein paar Kurze, und dann tanzt man torkelnd auf den Tischen? Wenn Sie sich so präsentieren, treten Sie in das größtmögliche Weihnachts-Fettnäpfchen. Eine Weihnachtsfeier ist keine Privatveranstaltung, sondern ein Raum, in dem Sie ständig beobachtet werden. Das heißt nicht, dass man sich nicht entspannen darf.  Dass man allein in der Ecke steht, schweigt und schlechte Laune verbreitet ist auch nicht gerne gesehen. Aber Volltrunkenheit hat noch niemanden beruflich weitergebracht.

 

  • Darf ich flirten?

Auch wenn nichts dagegen einzuwenden ist, dass zwei ungebundene Menschen miteinander flirten: In diesem Umfeld ist es nicht zu empfehlen. Alle Kollegen sehen zu und Sie werden damit auf allen Fluren zum Gesprächsthema. Sich aber besser kennen zu lernen im Gespräch ohne dafür den ganzen Abend “zu opfern” - dagegen spricht natürlich nichts.

 

  • Wie gehe ich mit aufdringlichen Kollegen um?

Der Kollege findet sich nach dem achten Bier unwiderstehlich und nervt mit anzüglichen Bemerkungen? Dann ist es am besten, sich demonstrativ mit anderen zu unterhalten. Wenn das nicht fruchtet, wechseln Sie den Platz. Mit der Kollegen oder dem Kollegen da drüben wollten Sie ja sowieso noch sprechen, oder? So werden aufdringliche Nervensägen diplomatisch in die Schranken gewiesen.

 

  • Wann kann ich gehen?

Feste Regeln gibt es hier nicht – nur zu früh sollten Sie nicht den Heimweg antreten. Gleich nach dem Dessert aufzubrechen gehört sich nicht, auch wenn der Abend sterbenslangweilig ist. Egal, wie müde Sie sind: Bleiben Sie nach dem Essen noch eine kleine Weile. Nach einer halben Stunde können Sie gehen, ohne dass es unhöflich wirkt. Vorher sollte man sich noch von Chef und Vorgesetzten verabschieden.

 

Fazit: Die Weihnachtsfeier ist ein Fest im beruflichen Rahmen. Deswegen sollte man die möglichen Fettnäpfchen im Blick haben. Zum Glück ist gute Laune ja trotzdem nicht verboten. Und eine tolle Chance, ein paar Kollegen etwas besser kennenzulernen, ist die Weihnachtsfeier alle mal.