„Ich bin dann mal weg!“ -Das Urlaubs-FAQ

Die Sonne scheint und am Strand ist es jetzt gerade bestimmt herrlich. Nun also nichts wie die Koffer packen und ab ins Vergnügen? So leicht ist das leider nicht. Wir verraten Ihnen in unserem FAQ alles, was Sie rund um das Thema Urlaub wissen müssen.

 

Urlaubs FAQ
  • Wer darf überhaupt in den Urlaub?

Das ist einfach: Grundsätzlich haben alle Arbeitnehmer und Auszubildende einen Anspruch auf Urlaub. Die Frage ist immer nur, wieviel Urlaub der Arbeitgeber zugesteht.

  • Auf wie viel Urlaub habe ich mindestens Anspruch?

Das gesetzliche Minimum sind bei einer 5-Tage-Woche 20 Werktage Urlaub. Bei einer 6-Tage-Woche, wie sie im etwa im Handel üblich ist, sind es sogar 24 Werktage. Wenn man neu im Job ist, hat man den vollen Urlaubsanspruch erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten. Vorher können Sie den Urlaub anteilig nehmen. Pro Monat hat man Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs.

  • Kann ich entscheiden, wann ich in den Urlaub fahre? 

Grundsätzlich schon. Heute buchen und morgen losfliegen klappt aber in den wenigsten Fällen. Die Frage, wann der Urlaub genommen werden kann, muss immer mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden. Der Chef muss ihn genehmigen. Und so spontan lässt sich eine Vertretung in der Regel nicht organisieren. Die Absprache, wer wann in den Urlaub fährt, treffen Sie am besten per E-Mail.  Sobald der Urlaub schriftlich genehmigt ist, kann der Chef ihn nicht mehr einfach widerrufen.

  • Und wer hat das letzte Wort, der Chef oder ich?

Der Chef. Er muss zwar Ihre Urlaubswünsche berücksichtigen. Er kann sich aber auf – Vorsicht: Juristendeutsch – „dringende betriebliche Belange“ berufen und erklären, es gehe einfach nicht anders. Dann muss er ausnahmsweise auf Ihre Wünsche nicht eingehen. Ein personeller Engpass oder ein unerwarteter Großauftrag sind solche Gründe. Außerdem kann der Chef festlegen, dass bei der Genehmigung der Urlaube soziale Belange eine Rolle spielen. Das heißt zum Beispiel, dass während der Schulferien Eltern von Schulkindern in erster Linie frei bekommen. In vielen Unternehmen gibt es deshalb Grundsätze zur Urlaubserteilung. An ihnen können Sie sich orientieren. Meist ist es klug, sich im Team Anfang des Jahres grob abzustimmen, wer welche Reisepläne hat.

  • Und wenn ich trotzdem in den Urlaub fahre?

Tun Sie das nicht. Wer einfach ohne Absprache in den Urlaub fährt, riskiert die fristlose Kündigung. 

  • Muss ich im Urlaub erreichbar sein? 

Nein. Sie sind nicht verpflichtet, Ihrem Unternehmen eine Urlaubsanschrift mitzuteilen oder ans Telefon zu gehen. Allerdings kann man es seinem Arbeitgeber gestatten, dass man im Urlaub kontaktiert oder sogar zurück an den Arbeitsplatz gebeten wird. Je nach Aufgabenbereich kann das sinnvoll sein, wenn man etwa der einzige Spezialist für ein sehr wichtiges Thema ist. Bei so einer Regelung müssen aber alle Seiten einverstanden sein.

  • Was passiert, wenn ich im Urlaub krank werde? 

Das Gute an einer Erkrankung im Urlaub ist, dass dafür nicht die Urlaubstage verloren gehen. Wer ein ärztliches Attest vorlegt, kann weitere Urlaubstage nehmen. Die Krankheitstage darf man aber nicht einfach an den Urlaub dranhängen. Auch hier muss man mit dem Chef besprechen, wann man sie nimmt.

  • Was passiert, wenn ich meinen Jahresurlaub nicht verbrauche?  

Das ist kompliziert. Eigentlich geht der Urlaubsanspruch verloren, wenn man ihn nicht im laufenden Jahr nimmt. Viele sind dazu bereit, den Urlaub innerhalb der ersten drei Monate des folgenden Jahres zu nehmen. Wenn das im Unternehmen immer so gehandhabt wurde, hat man auch in diesem Fall einen sicheren Anspruch auf die Urlaubstage. Ansonsten ist es rechtlich gesehen riskant, den Urlaub nicht gleich zu nehmen.    

Fazit: Das Thema Urlaub kann durchaus zu einer ernsten Angelegenheit werden. Wer rechtzeitig schriftlich mit dem Chef abklärt, wann er in den Urlaub geht, kann aber auf jeden Fall ohne Stress die freien Tage genießen.