Lernen auf dem Sofa: So finden Sie die passende Online-Weiterbildung

Stillstand ist Rückschritt – diese Lebensweisheit gilt auch für die Berufswelt. Wer fit für zukünftige Herausforderungen sein möchte, bildet sich weiter. Oft fehlt aber die nötige Zeit. Der Digitalverband Bitkom teilte bereits im vergangenen Jahr mit, dass schon jetzt knapp jeder Zweite digitale Angebote zur Weiterbildung nutzt. Die Unterschiede zwischen diesen Angeboten sind groß. Wir sagen Ihnen, wie Sie das für sich das passende Angebot finden.

Fort- oder Weiterbildung?

Viele Arbeitnehmer haben in ihren Betrieben die Möglichkeit, an Fort- oder Weiterbildungen teilzunehmen. Diese Begriffe werden häufig synonym verwendet, haben aber unterschiedliche Bedeutungen. Eine Fortbildung ist eine berufsspezifische Bildungsmaßnahme, bei der Sie sich konkrete Fähigkeiten für Ihren aktuellen Job aneignen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein neues Betriebssystem eingeführt wird, für dessen richtige Anwendung alle Mitarbeiter eine betriebsinterne Fortbildung besuchen. Eine Weiterbildung hingegen zielt in erster Linie auf den Ausbau Ihrer persönlichen Qualifikationen ab, die nicht zwangsläufig mit Ihrem aktuellen Beschäftigungsfeld in Verbindung stehen müssen. In manchen Branchen sind Weiterbildungen früher oder später zwingend notwendig, da sich die Anforderungen – nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung – teils grundlegend verändert haben und Wissen veraltet ist. Der Weiterbildungsguide der Stiftung Warentest hilft Ihnen mit einem Test bei der Suche nach der passenden Lernform.

Online-Weiterbildungen

Eine Weiterbildung frischt Ihren Wissensschatz wieder auf und fördert damit auch die Karrierechancen. Das Problem an der Sache ist häufig, dass die Weiterbildungsmaßnahmen in der Regel an externen Orten stattfinden und Arbeitnehmern für eine Teilnahme schlicht die Zeit fehlt. In diesen Fällen bietet sich eine Online-Weiterbildung an. Der Vorteil liegt dabei auf der Hand: Sie können die Kurse bequem vom heimischen Sofa aus oder am Arbeitsplatz absolvieren, wenn es sich um interne Weiterbildungen handelt. In jedem Fall müssen Sie keine langen An- und Abreisen auf sich nehmen. Digitale Lernformate sind beispielsweise interaktive Webinare, Online-Vorlesungen oder Lernvideos. Die Anbieter solcher Weiterbildungsformate nutzen in der Regel E-Learning-Plattformen, die wie eine virtuelle Akademie funktionieren. Dort sind alle Lerninhalte und Aufgaben jederzeit online abrufbar und die Teilnehmer können sich untereinander austauschen. Eine Kombination aus herkömmlicher und digitaler Weiterbildung bietet das sogenannte Blended Learning. Dabei gibt es Präsenzveranstaltungen, um den sozialen Kontakt zu Dozenten und anderen Teilnehmern herzustellen, und gleichzeitig E-Learning-Angebote.

Ziele vorab definieren

Um die passende Online-Weiterbildung zu finden, sollten Sie sich vorab Ihre Ziele, Wünsche und Interessen klar machen. Ähnlich wie bei analogen Weiterbildungen gibt es auch bei der digitalen Variante Dozenten. Informieren Sie sich vorab, wer das von Ihnen gewählte Angebot leitet. Vielleicht kennen Sie die Person oder eine ihrer Veröffentlichungen bereits. Möglicherweise ist Ihnen aber auch jemand mit viel Erfahrung aus der Praxis lieber als ein Professor aus der Universität. Die Frage nach dem richtigen Dozenten ist wichtig, da er für den Kurs von zentraler Bedeutung ist. Fehlende Referenzen und Unterlagen sind ein Warnzeichen für unseriöse Anbieter. Außerdem sollten Sie vorab festlegen, wie viel Zeit Sie wöchentlich für die Weiterbildung aufbringen können und über welchen Zeitraum der Kurs gehen soll. Damit verbunden ist auch die Frage nach Ihren Zielen. Möchten Sie am Ende des Kurses eine schlichte Teilnahmebescheinigung oder ein staatlich anerkanntes Zertifikat erhalten?    

Kostenübernahme

Bleibt noch die Frage nach der Finanzierung. Während bei einer Fortbildung der Arbeitnehmer in der Regel die Kosten übernimmt, ist das bei einer Weiterbildung anders, da er in einigen Fällen keinen direkten Nutzen davon hat. Allerdings unterstützen viele Chefs das freiwillige Engagement Ihrer Mitarbeiter und übernehmen einen Teil der Kosten. Hier sollten Sie individuelle Absprachen mit Ihrem Vorgesetzten treffen, zumal Sie für die Online-Weiterbildungen keine Arbeitszeit, sondern häufig Ihre Freizeit in Anspruch nehmen. Es sei denn, Sie machen Ihr Recht auf Bildungsurlaub geltend. In fast allen Bundesländern gibt es dieses Recht auf fünf Tage bezahlten Bildungsurlaub pro Jahr. Auch die Agentur für Arbeit fördert unter bestimmten Voraussetzungen die berufliche Weiterbildung. Unter anderem benötigt die Bildungseinrichtung eine Zulassung durch eine fachkundige Stelle. Auch von den einzelnen Ländern gibt es Zuschüsse. Hier gibt es dazu eine Übersicht der Stiftung Warentest.