Motiviert bei der Arbeit: Von den Kollegen hängt alles ab

Die Currywurst und die Pommes sind schon bestellt. Du hast richtig Kohldampf. Jetzt stehst Du aber in der Reihe, kramst in Deinen Taschen und findest… nichts! Du warst Dir so sicher, noch einen Zehner im Portemonnaie zu haben, aber von dem fehlt jede Spur. „Kein Problem“, sagt Dein Kollege hinter Dir. „Ich zahl‘. Du gibst es mir die Tage wieder.“ Solch ein Verhältnis zu den Kollegen wünscht sich doch fast jeder, oder? Er oder sie ist unkompliziert, hilfsbereit und freundlich… i-de-al!

Ein gutes Verhältnis zu den Kollegen und Chefs auf der Arbeit macht das Leben nämlich nicht nur deutlich leichter, sondern es motiviert auch, sich im Job reinzuhängen. Das hat fast jeder zweite Deutsche in unserer Befragung "Karriereziele 2019" gesagt. Dafür haben wir bei Manpower Deutschland 1.004 Bundesbürger befragt, was ihnen Schwung gibt, wenn sie schuften und malochen müssen. Das Zwischenmenschliche stand dabei auf dem ersten Platz. Jedem dritten Befragten ist es sogar wichtig, mit den Anderen im Betrieb auch neben der Arbeit gut klar zu kommen. Heißt zum Beispiel: mit den Kollegen auch mal privat etwas trinken zu gehen, zu grillen oder Sport zu treiben. Dieser Punkt landete in der Rangliste auf dem dritten Platz.      

Arbeitsbeginn selbst entscheiden

Auf dem zweiten Platz rangieren flexible Arbeitszeiten. Gleitzeit oder ein Arbeitszeitkonto spornt jeden dritten Deutschen an, sich im Job richtig reinzuknien. Gleitzeit bedeutet, dass der Arbeitnehmer bestimmen kann, wann er morgens anfängt und wann er abends aufhört. Der Chef gibt zum Beispiel nur vor, dass irgendwann zwischen 8 Uhr und 9:30 Uhr mit der Arbeit begonnen werden muss. Dir bleibt dann überlassen, ob Du ein früher Vogel sein willst und um 8 Uhr loslegst oder ob Du länger schläfst und erst um 9 Uhr da bist. Bei vielen Arbeitszeitkonto kannst Du Zeit „ansparen“. Wenn Du viele Überstunden machst, kann Du die irgendwann abfeiern. Bist Du zum Beispiel 24 Stunden im Plus, kannst Du drei Tage freinehmen, wenn es für die Kollegen und Vorgesetzten auch in Ordnung ist. Nicht schlecht, wenn Du zum Beispiel die eigentliche Urlaubszeit noch verlängern möchtest.         

Einen Schub bekommt rund jeder fünfte Deutsche auch, wenn der Chef ihm kostenlos Getränke hinstellt. Konkret: Ein paar Kästen Wasser und vielleicht mal ein paar Flaschen Bier nach Feierabend können bei der Arbeit unter Umständen zu Leistungsexplosionen führen. Dasselbe gilt für guten Kaffee. Für viele ist es wahrscheinlich die einzig wahre Motivationsspritze und damit ihre persönliche Nummer eins. Bei den Bundesbürgern kommt das schwarze Gebräu mit 26 Prozent auf den fünften Platz.

Raus aus dem Job, um zum Beispiel drei Monate mit dem Motorrad durch Europa zu fahren? Die Möglichkeit, sich mal eine längere Auszeit zu nehmen, gibt den Deutschen für die Arbeit kaum einen Kick. Lediglich jeder Zehnte zieht daraus Motivation. Den letzten Platz der Antrieb-für-die-Arbeit-Liste belegt, dass der eigene Partner im selben Unternehmen arbeitet. Nur für vier von 100 Befragten ist es Ansporn, die Gelegenheit zu haben, mit dem oder der Liebsten zum Beispiel Mittagspause machen oder sich mal kurz an der Kaffeemaschine sehen zu können.     

Kollegen wichtiger als Geld

Geld ist nicht alles – dieser Aussage stimmt die Mehrheit der Deutschen zu. Sind die Kollegen nett, das Betriebsklima stimmt und die Arbeit bringt Spaß, ist das für zwei von drei Bundesbürger wichtiger als ein hohes Gehalt. Kurz: Gute Stimmung bei der Arbeit schlägt pralles Bankkonto. Auch die Art des Jobs spielt für die Mehrheit der Befragten eine größere Rolle als das Geld: Acht von zehn Arbeitnehmern gaben an, dass sie Arbeit, die sie stresst oder langweilt, nicht ausüben wollen. Selbst, wenn sie gut bezahlt wird. Rund die Hälfte der Deutschen würde sogar auf etwas Lohn verzichten, wenn sie dafür nur vier Tage die Woche arbeiten müsste und somit mehr Freizeit hätte.