Mütter, seid stolz auf euch!

Auch heute spukt in vielen Köpfen noch das Vorurteil herum, dass Mütter im Job nicht so viel leisten wie ihre männlichen Kollegen oder Kolleginnen ohne Kinder. Es heißt dann oft, sie seien ja häufiger zuhause, weil das Kind krank ist, oder sie müssten früher gehen, um es von der Kita abzuholen. Außerdem seien sie mit den Gedanken nicht bei der Arbeit. Und überhaupt lohne sich die ganze Einarbeitung kaum, weil sie schon bald wieder in Elternzeit für das nächste Kind sind.

 

Mütter bekommen diese Sprüche so lange zu hören, bis sie vermutlich selbst daran glauben. Wir raten: Schluss damit! Das schlechte Gewissen hat jetzt mal Pause. Inzwischen belegen viele Studien aber auch zahlreiche Erfahrungen in den Betrieben, dass Mütter ein Mehrwert für jedes Unternehmen sind. Denn sie punkten mit vielen besonderen Fähigkeiten.

Mal Hand aufs Herz: Es gibt zwar diese Tage, an denen du beim kranken Kind zuhause bleibst oder pünktlich den Stift fallen lässt, um zur Schule zu stürmen. Aber in der Zeit, die du am Arbeitsplatz verbringst, bist du so effizient, wie kaum einer deiner Kollegen. Während die sich eine lange Mittagspause, den Klatsch am Kaffeeautomaten oder die Raucherpause gönnen, nutzt du deine Zeit, um alles rechtzeitig fertig zu bekommen – ganz besonders, wenn du Teilzeit arbeitest! Und du bist nicht nur besonders effizient, weil du dich nicht ablenken lässt, sondern weil du es zuhause bei der Organisation deines Familienalltags gelernt hast. Zuhause koordinierst du die Termine der Kinder und jonglierst in deinem Leben viele Bälle. Daher fällt es dir auch im Job nicht schwer, Prioritäten zu setzen. Wer einmal einen Kindergeburtstag mit 5-Jährigen durchgestanden hat, kann auch im Arbeitsleben in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren. Frauen mit Kindern erkennen Chancen schneller, sind gute Netzwerkerinnen und können viele Dinge gleichzeitig tun (Stichwort: Multitasking!). Ein Plädoyer für „Working mums“ findest du hier

Mütter sind besser – gerade in Zeiten der Digitalisierung

Gerade in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung sind „weibliche“ Fähigkeiten mehr gefragt denn je. Denn die aktuelle ManpowerGroup-Studie „Skills Revolution 2.0“ zeigt:  Immer begehrter sind Kommunikations- und Organisationstalente. 88 Prozent der deutschen Arbeitgeber suchen Mitarbeiter, die gut mit anderen zusammenarbeiten können. Teamfähigkeit wird heute großgeschrieben. Mütter müssen mit ihren Kindern, ihrem Partner, Lehrern und anderen Eltern kommunizieren können – sowohl mündlich als auch schriftlich. Genau das schätzen 79 Prozent der Befragten Arbeitgeber in Deutschland sehr. Insgesamt können Frauen mit ihren Kindern noch durch die Brille eines Dreijährigen schauen, und sind so der Technik einfach viel näher. Im Zweifelsfall haben sie sogar einen „Digital Native“, also ein Kind oder einen Teenager, der mit digitalen Medien bereits aufgewachsen ist, zuhause.

Belegte Produktivität

Weitere Studien belegen, dass Mütter insgesamt als produktive Mitarbeiterinnen nicht zu unterschätzen sind. In einer Befragung von 9.900 Wissenschaftlern fand das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) heraus, dass Menschen mit Kindern produktiver sind als Kinderlose. Frauen und Männer mit Kindern veröffentlichten nach der Geburt der Kinder zunächst weniger Arbeiten als kinderlose Forscher. Doch viele holten den Rückstand schnell wieder auf. Und wenn die Zeit vor Geburt der Kinder und nach dem Erwachsenwerden einbezogen wird, überholen Eltern die Kinderlosen und sind produktiver. Und die Studienteilnehmer mit zwei oder mehr Kindern waren noch fleißiger als diejenigen mit einem Kind. Was auf Forscher zutrifft, gilt für jede andere Beschäftigung genauso – von der Sachbearbeiterin bis zur Lageristin.

Rahmenbedingungen für Frauen und Mütter

Die Studie „Jobzufriedenheit 2017“ der ManpowerGroup zeigt: Nur jeder Dritte (33 Prozent) bezeichnet sein Unternehmen als familienfreundlich. Nur 27 Prozent arbeiten in Firmen, in denen Mitarbeiter mit Kindern flexible Arbeitszeiten vereinbaren können, dabei sind die besonders wichtig. 49 Prozent wünschen sich von Vorgesetzten, dass diese mehr Wertschätzung aussprechen. Das gilt besonders für die Jongleure von Job und Familie.

Leider gelten Frauen allgemein und Mütter im speziellen als zu gering bezahlt. 75 Prozent der an einer aktuellen Viking-Umfrage teilnehmenden Frauen hatten am Arbeitsplatz bereits das Gefühl unterbezahlt zu sein. Der sogenannte Gender Pay Gap – also der Unterschied im Gehalt zwischen Frauen und Männern – betrug im Jahr 2017 in Deutschland 21 Prozent. Zum Teil wird dies durch Erwerbsunterbrechungen (Elternzeit) und Teilzeitbeschäftigung erklärt. Einen negativen Einfluss auf die Karriere bescheinigen 56,4 Prozent der Tatsache, dass sie Kinder haben. Dreiviertel der Frauen mit Kindern sagten, dass sie die Umstände ihrer Arbeit ändern mussten, seit sie Mutter geworden sind.

 

Zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer würden laut der ManpowerGroup-Studie ihren Job wechseln, damit sich Beruf und Familie besser vereinbaren lassen. So weit muss es nicht kommen, wenn du rechtzeitig auf deine großartigen Fähigkeiten aufmerksam machst. Nur Mut bei den Verhandlungen, denn wer mit einem Teenager über Smartphone-Nutzung oder mit einem Kleinkind erfolgreich über die Schokoladenverteilung verhandelt hat, der kann auch die anspruchsvollsten Aufgaben auf der Arbeit meistern! 

Nicht zu bescheiden! 

Diese Fähigkeiten stecken ganz besonders in Müttern:

  1. 1.    Motivationskraft: Mütter sind tolle Lernbegleiter und positiv denkende Unterstützer. Sie helfen nicht nur Kindern, wenn sie beim Fahrradfahrenlernen hinfallen, sondern auch ihren Kollegen. In jedem Team wird so ein unermüdlicher Motivator gebraucht.
  2. 2.  Frauen mit Kindern verfügen über den sogenannten Chancenblick. Sie finden Lösungen für Herausforderungen, weil sie das auch täglich in der Familie tun müssen. Im Arbeitsleben wird dieses lösungsorientierte Denken ebenfalls dringend benötigt
  3. 3.    Mütter sind Organisationstalente, denen es leichtfällt, Prioritäten zu setzen und Zeitmanagement zu betreiben. Ihr Fokus auf das Wesentliche ist in stressigen Familiensituationen eingeübt und funktioniert auch bei Chefs und Kollegen.
  4. 4.    Networking: Mit anderen Eltern, Kindergärtnern und Musiklehrern zu reden, gehört zu jedem Alltag als Mutter. Kunden und Kollegen sind da oft einfacher als so manch ein Pädagoge. Der Austausch fällt Frauen mit Kindern besonders leicht, weil sie geübt darin sind, sich ständig auf neue und unterschiedlichste Menschen einlassen zu müssen.
  5. 5.   Digitalkompetenz: Wie schon erwähnt, sind Mütter ohnehin verdammt zu lebenslangem Lernen durch und mit ihrem Kind. Die idealen Voraussetzungen, um mit der Digitalisierung Schritt zu halten.