No fake please – Finger weg von (Not)-Lügen im Lebenslauf

Faustdicke Lüge oder Biografie-Kosmetik? Beides sollte man als Bewerber besser unterlassen. Prominente Fälle wie die der Bundestagsabgeordneten Petra Hinz und der eines Assistenzarztes ohne Medizinstudium zeigen eines deutlich: Auch Jahre später können einem falsche Angaben den Job kosten.

 

 

Viele Bewerber in Deutschland zeigen dennoch wenig Angst, erwischt zu werden. Denn aufgemotzte Unterlagen landen häufiger in den Personalabteilungen als man denkt. 20 bis 30 Prozent sollen einzelne falsche Angaben enthalten, sagt das Sicherheitsunternehmen Corporate Trust und beruft sich dabei auf Studien.

Täuschen für den Traumjob – abschreckende Beispiele

Eine Reihe abschreckender Fälle lässt sich in der Berliner Morgenpost nachlesen. Ein Arzt operierte ohne Zulassung Patienten in einer Klinik. Eine Lehrerin unterrichtete mit gefälschten Abschlüssen. Ein Schweißer und ein Anwalt frisierten ihre Prüfungsnoten.

Die Beispiele zeigen zwar, dass viele Täuschungsmanöver tatsächlich über längere Zeit unentdeckt bleiben können. Fakt ist aber auch: Am Ende kamen auch sie ans Licht. Den Schwindlern blühten harte Konsequenzen: In diesen konkreten Fällen wurde arglistig getäuscht und richtig betrogen. Die Folge waren satte Haftstrafen auf Bewährung.

Auch wer nur schönt, riskiert den Job

Das Risiko wird dennoch immer wieder in Kauf genommen. Viele Bewerber vertrauen offenbar darauf, dass die Personalmanager bei der Flut an Bewerbungen gar nicht die Zeit haben, nachzuforschen. Doch bereits im Bewerbungsgespräch kann Endstation sein. Personaler wissen genau, wie sie Unstimmigkeiten oder mangelnde Fähigkeiten ans Licht bringen. Mit geübten Nachfragen werden vermeintliche Auslandspraktika schnell als Rucksackurlaub enttarnt, und aus dem zertifizierten Lehrgang wird ein eintägiger Schnupperkurs. Die HR-Manager suchen zudem heute gezielt in sozialen Netzwerken nach digitalen Fußabdrücken ihrer Kandidaten.

Und selbst wer es schafft, sich mit kleinen Schummeleien oder groben Trickserien die Tür zum Traumjob zu öffnen: Fehlende Kenntnisse machen sich auch später am Arbeitsplatz bemerkbar. Ein simpler Versprecher beim Mittagessen kann das Schummeln von einst aufdecken. Die Konsequenz ist in der Regel die Kündigung. Auch die abgelaufene Probezeit ist dann keine Hilfe. Mit Unterschrift und Datum unter dem Lebenslauf bezeugt der Bewerber, dass seine Angaben korrekt sind. Man kann also schnell durch selbe Tür wieder hinausfliegen.

So eng bei der Wahrheit bleiben wie möglich

Klar ist, jeder Jobsuchende möchte bei seinem Wunscharbeitgeber den bestmöglichen Eindruck hinterlassen. Zudem sind die Grenzen zwischen geschönt und gelogen teilweise fließend. Es ist nicht leicht, ehrlich einzuschätzen, ob man Englisch verhandlungssicher beherrscht oder nur fortgeschrittene Kenntnisse besitzt. Dennoch sollten Bewerber im Lebenslauf so eng wie möglich bei der Wahrheit bleiben. Kein Job der Welt ist es wert, dafür zu lügen und später ständig Angst zu haben, dass man doch eines Tages auffliegt. Schlechte Bewerberprofile gibt es nicht - es gibt nur schlecht gegliederte, unvollständige und schlecht geschriebene ohne roten Faden.