Papa macht Pause: Was Du beim Vaterschaftsurlaub beachten solltest

Die ersten Monate mit Baby sind aufregend, schön und viel zu schnell vorbei. Deshalb wollen auch viele Väter von ihrem Recht auf Elternzeit Gebrauch machen. Dabei stoßen Väter aber noch zu häufig auf Unverständnis und Ablehnung bei so manchen Vorgesetzten. Damit Du Dein Recht auf Elternzeit nicht nur durchsetzt, sondern auch in Ruhe genießen kannst, geben wir praktische und rechtliche Tipps.

 

Vater Tochter Elternzeit

Gut geplant ist halb gewonnen

Rechtlich gesehen hast Du bis sieben Wochen vor dem geplanten Antritt der Elternzeit die Möglichkeit, Deinem Arbeitgeber Bescheid zu geben. Doch besser ist es, Du informierst Deinen Chef gleich, nachdem Du Dich mit Deiner Partnerin geeinigt hast, ob, wann und wie lange Du für das Kind Pause vom Job machen möchtest. So haben alle genug Zeit, um sich auf Deine Abwesenheit vorzubereiten. Zwar darf der Arbeitgeber Dir in der Elternzeit nicht kündigen, doch Du möchtest sicher auch danach noch mit gutem Gewissen in Deinen Job zurückkehren. Es ist also ratsam auch während des “Vaterurlaubs” Kontakt zu Deinen Kollegen zu halten.

Zusammen mehr Zeit

Was Du unbedingt wissen solltest: Elternzeit ist nicht gleich bezahlte Elternzeit. Ein Elternpaar kann sich zusammen bis zu drei Jahre „Auszeit“ vom Job nehmen, um sich um ein Kind zu kümmern. Doch Elterngeld, das in der Regel zwei Dritteln des eigenen Nettogehalts entspricht, wird nur für 14 beziehungsweise zwölf Monate gezahlt. Um 14 Monate lang Elterngeld zu erhalten, müssen Mutter und Vater beide Elternzeit nehmen. Ein Elternteil muss mindestens zwei Monate nehmen, wenn der andere zwölf Monate nimmt. Geht nur einer von beiden in Elternzeit, bekommt die Familie nur zwölf Monate lang Elterngeld. Als Vater kannst Du also zwölf Monate zu Hause bei Deinem Kind sein, wenn die Mutter zwei Monate Elternzeit nimmt. Die meisten Paare machen es aber andersherum, weil der Mann bisher oft noch mehr verdient als die Frau. Dabei ist die spannende erste Zeit mit dem Baby doch unbezahlbar…

Gemeinsam mehr erleben

Wie sich Paare die 14 Monate Elternzeit aufteilen, ist ganz ihnen überlassen. Die Elternzeit muss zum Beispiel gar nicht unbedingt am Stück genommen werden. Man kann auch ein oder mehrere Monate nach der Geburt einreichen und noch zusätzliche Monate zu einem späteren Zeitpunkt. Außerdem darf die Vaterzeit sich mit der Mutterzeit durchaus überschneiden. Gerade nach der Geburt hilft es sehr, wenn beide Partner sich um das Neugeborene kümmern können. Außerdem leiden viele Väter und Mütter unter Schlafmangel. Wenn man dann nicht zur Arbeit muss, sondern auch tagsüber noch ein Schläfchen machen kann, hilft das sehr. Häufig nutzen die jungen Familien die bezahlte Auszeit aber auch für eine erste gemeinsame Reise mit dem Baby.

Wusstest Du zudem, dass…

  • …Du in der Elternzeit die Möglichkeit hast, bis zu 30 Stunden pro Woche zu arbeiten?
  • …Elterngeld nicht in Kalendermonaten, sondern in Lebensmonaten des Kindes gezahlt wird? Das ist wichtig für die Planung des monatlichen Einkommens.
  • …Dein Arbeitgeber Deinen Urlaubsanspruch für jeden vollen Monat, in dem Du in Elternzeit bist, um ein Zwölftel des Jahresurlaubs kürzen kann? Deshalb Start und Ende der Elternzeit möglichst nicht auf Monatsbeginn oder -ende legen.
  • …ein Vater am ersten Geburtstag seines Kindes wieder arbeiten muss, auch wenn er im zwölften Lebensmonat des Kindes in Elternzeit ist? Wenn Du also den ersten Geburtstag mitfeiern willst, rechtzeitig für diesen Tag Urlaub einreichen!