Produktiv arbeiten im Großraumbüro? So geht`s!

Lautstark telefonierende Kollegen, klackernde Tastaturen und ständig knallt die Tür ins Schloss: Die Geräuschkulisse in einem Großraumbüro kann eine Herausforderung sein. Wer dort arbeitet, braucht starke Nerven. Denn je mehr Menschen sich einen Raum teilen, desto höher ist der Lärmpegel. Dieser kann leicht auf bis zu 75 Dezibel ansteigen. Das entspricht etwa der Lautstärke eines Rasenmähers.

Studien zeigen, dass diese Reizüberflutung negative Auswirkungen hat. Stockholmer Forscher fanden zum Beispiel heraus, dass Arbeitnehmer in Großraumbüros fast doppelt so oft krank sind wie Kollegen in kleineren Räumen. Das liegt an der einfacheren Krankheitsübertragung, aber auch an dem hohen Stresspegel durch ständige Ablenkung. Darüber hinaus stellten Luzerner Wissenschaftler fest, dass die Zufriedenheit mit den Bedingungen am Arbeitsplatz mit steigender Bürogröße abnimmt. Ein weiterer Nachteil ist das Konfliktpotenzial in Großraumbüros. Insbesondere ob, wie oft und wie lange gelüftet werden soll, ist häufig Anlass für Streit.

Räumliche Nähe vereinfacht Kommunikation mit Kollegen

Doch das Großraumbüro hat auch Vorteile. So ist die Kommunikation mit den Kollegen dort besonders einfach, da sie im gleichen Raum sitzen. Fragen können unkompliziert durch Zuruf geklärt werden, statt per Mail oder Telefon. So werden Entscheidungen schneller getroffen. Ein weiterer positiver Effekt ist die Förderung des Gemeinschaftssinns. Ohne räumliche Trennung ist es einfacher, informelle Gespräche mit Kollegen zu führen. Durch den Austausch entsteht Teamgeist.

Damit die Zusammenarbeit im Großraumbüro gelingt, kommt es besonders auf Toleranz und Rücksicht an. Jeder kann durch die Beachtung folgender Verhaltensregeln seinen Teil zu einer produktiven Arbeitsatmosphäre beitragen.

Tipp 1: Stimme dämpfen


Wenn Sie im Großraumbüro dienstliche Telefongespräche führen, haben Ihre Kollegen dafür sicher Verständnis. Doch je lauter Sie dabei sind, desto mehr strapazieren Sie die Nerven der anderen. Dämpfen Sie deshalb Ihre Stimme, wenn Sie telefonieren. Das gilt ebenso für Unterhaltungen mit den Kollegen im Büro. Privatgespräche sollten Sie aus Rücksicht auf die Kollegen außerhalb des Büros führen.

Tipp 2: Keine geruchsintensiven Speisen am Arbeitsplatz

Jeder hat mal Hunger oder Durst. Solange Sie Ihre Kollegen nicht stören, können Sie auch an Ihrem Arbeitsplatz essen und trinken. Die Grenze ist aber überschritten, wenn es sich um geruchsintensive Speisen wie Döner oder Frikadellen handelt. Kleine Snacks wie Süßigkeiten oder Obst sind hingegen in Ordnung.

Tipp 3: Kurz und kräftig lüften

Fenster auf oder Fenster zu - diese Frage spaltet Großraumbüros. Allen können Sie es nie recht machen. Doch Konflikte lassen sich am besten vermeiden, indem ein paar Mal kurz und kräftig durchgelüftet wird statt stundenlang das Fenster auf- oder zuzulassen. Falls Sie selbst schnell frieren, können Sie während dieser Zeit das Büro verlassen.

Tipp 4: Bei Krankheit zu Hause bleiben

Wer sich trotz Krankheit zur Arbeit schleppt, tut seinen Kollegen keinen Gefallen. Wenn Sie sich krank fühlen, sollten Sie zu Hause bleiben. Gerade in einem Großraumbüro verbreiten sich Viren und Bakterien schnell. Darum ist es besser, Sie kurieren sich aus und übergeben Ihre Aufgaben währenddessen an die Kollegen.

Tipp 5: Nutzen Sie bei Konzentrationsproblemen Hilfsmittel



Sie haben trotzdem Schwierigkeiten, sich auf Ihre Arbeit zu konzentrieren? Dann greifen Sie zu Hilfsmitteln! Vielleicht lässt sich die Geräuschkulisse durch Ohrenstöpsel senken. Oder Sie setzen Kopfhörer auf und lassen sich von Ihrer Lieblingsmusik berieseln. Damit Ihre Kollegen wissen, dass Sie gerade Ruhe brauchen, können Sie auch ein Hinweisschild auf Ihren Schreibtisch stellen.

Um eine für alle Kollegen optimale Lösung zu finden, sollten Sie gemeinsam über das Thema sprechen und Spielregeln aufstellen. So schaffen Sie die besten Voraussetzungen für einen harmonischen Arbeitsalltag.