Q&A für Ausländer, die bereits in Deutschland sind und arbeiten möchten

So klappt es mit dem Arbeitsvertrag in Deutschland – Wer darf wann bei wem arbeiten?

 

Ein Artikel von Maren Hütwohl

 

Wie ist das bei Ausländern, die aus EU-Staaten kommen?

EU-Bürger sind grundsätzlich freizügigkeitsberechtigt und können auch in Deutschland arbeiten.

 

Wie ist das bei Ausländern, die aus Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes kommen?

Diese dürfen eine Beschäftigung in Deutschland grundsätzlich nur ausüben, wenn ihr Aufenthaltstitel es erlaubt.

 

Diversity Ausländer Arbeit

Kann der ausländische Bewerber, der einen Aufenthaltstitel hat, automatisch arbeiten?

Nein, eine Berechtigung zur Erwerbstätigkeit besteht nur, wenn diese Berechtigung in der Aufenthaltserlaubnis ausdrücklich festgehalten ist. Dies erfolgt üblicherweise in der Form eines elektronischen Aufenthaltstitels oder in Form eines Klebeetiketts. Der Aufenthaltstitel enthält in diesem Fall einen Verweis auf §§ 18, 18a, 20 oder 21 Aufenthaltsgesetz. Der Umfang einer Erlaubnis zur Erwerbstätigkeit wird in die Aufenthaltserlaubnis eingetragen bzw. auf einem Zusatzblatt dokumentiert.

Was ist die „Blaue Karte EU“?

Bei der Blauen Karte EU handelt es sich um den zentralen Aufenthaltstitel für akademische Fachkräfte aus dem Ausland. Für Akademikerinnen und Akademiker mit einem anerkannten Hochschulabschluss ist neben dem Nachweis der Qualifikation lediglich ein Nachweis über ein konkretes Arbeitsplatzangebot erforderlich. Bei diesem muss ein jährliches Bruttogehalt in Höhe von mindestens 48.400 Euro (Stand: 2015) gezahlt werden. Eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist hier nicht mehr erforderlich. In den sogenannten Mangelberufen liegt die Gehaltsuntergrenze bei 37.752 Euro (Stand: 2015).

Gibt es z.B. für IT-Fachkräfte die Möglichkeit, in Deutschland zu arbeiten?

Ja, diese gibt es. Für Fachkräfte auf diesem Gebiet besteht die Möglichkeit, eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Ausübung einer Beschäftigung zu erhalten. Voraussetzung ist in jedem Fall ein konkretes Arbeitsplatzangebot.


Und wie ist das mit einer Niederlassungserlaubnis?

Inhaber einer Niederlassungserlaubnis (in Form eines elektronischen Aufenthaltstitels oder in Form eines Klebeetiketts) sind generell zur Ausübung einer auflagenfreien Erwerbstätigkeit berechtigt. Die Eintragung „Erwerbstätigkeit gestattet" ist dort dann bereits eingedruckt.

 

Wie ist das, wenn der ausländische Bewerber lediglich eine Duldung vorweisen kann?

Damit der Bewerber mit dieser Duldung arbeiten darf, muss die Bundesagentur für Arbeit der Beschäftigung grundsätzlich zustimmen. Voraussetzung dafür ist, dass das Vorrangprinzip eingehalten wird. Das bedeutet zum einen, es steht kein Deutscher oder anderer bevorrechtigter Ausländer für den Arbeitsplatz zur Verfügung. Zum zweiten muss sich der Bewerber seit mindestens einem Jahr erlaubt, geduldet oder mit einer Aufenthaltsgestattung im Bundesgebiet aufgehalten haben.

 

Dürfen Personen mit einer Aufenthaltsgestattung oder einem Duldungsstatus bei uns im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung arbeiten?

Wichtig ist hier: Die Aufenthaltsgestattung und die Duldung sind keine Aufenthaltstitel. Das bedeutet, dass diese Personen, die aktuell zumeist Flüchtlinge sein werden, bestimmten Voraussetzungen unterliegen. Eine Beschäftigung als Leiharbeitnehmer ist für diese Personen nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland möglich, wenn sie höher qualifiziert sind sowie nach 15 Monaten bei üblicher Qualifizierung, z.B. als Helfer.