So findest Du die richtige Ausbildung

Nach dem Haupt- oder Realschulabschluss stehen viele Schulabgänger vor einer großen Leere und es drängt sich die Frage auf: Was mache ich jetzt? Wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn mitteilte, waren bis zum 30. September 2017 rund 48.900 Ausbildungsplätze nicht besetzt – so viele wie seit 1994 nicht mehr. An Möglichkeiten mangelt es also nicht. In unserem heutigen Blogeintrag erfährst Du, wie Du die richtige Ausbildung für Dich findest.

Vor der Ausbildung: Was passt zu mir?

Wenn Du nicht direkt mit einer Ausbildung starten möchtest oder noch nicht den passenden Betrieb gefunden hast, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Phase sinnvoll zu überbrücken. Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bieten Dir nicht nur die Möglichkeit, Deine Stärken und Schwächen herauszufinden, sondern sind gleichzeitig ein großer Pluspunkt bei zukünftigen Bewerbungen. Viele Personalchefs sind von solchen Engagements begeistert. Auch verschiedene Betriebspraktika oder ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) können Dir weitere Einblicke liefern. Im BVJ kannst Du Deinen Abschluss verbessern und lernst mit Hilfe fachpraktischer Übungen verschiedene Berufsfelder kennen.

Den richtigen Ausbildungsplatz finden

Wenn Du schon weißt, in welchem Bereich Deine berufliche Zukunft liegt, solltest Du bestenfalls schon in der Schulzeit mit der Suche nach einer geeigneten Lehrstelle beginnen. Eine gute und vertrauenswürdige Anlaufstelle ist die Bundesagentur für Arbeit. Im persönlichen Gespräch vermitteln Dir die Berufsberater Adressen und Ansprechpartner von offenen Stellen in Deiner Region und beantworten Deine Fragen. Natürlich kannst Du auch ohne eine persönliche Beratung online nach einer geeigneten Ausbildungsstelle suchen. Außerdem finden im ganzen Land regelmäßig Ausbildungsmessen statt, auf denen Du mit einzelnen Betrieben ins Gespräch kommen und erste Kontakte für mögliche Bewerbungen knüpfen kannst. Übrigens: Wie Du Deine erste Bewerbung schreibst, findest Du hier.

Ausbildung ist nicht gleich Ausbildung

Hast Du Dich für eine Ausbildung entschieden, handelt es sich in den meisten Fällen um eine duale oder auch betriebliche Ausbildung. Bei dieser Form der Ausbildung wechseln sich Theorie- und Praxisphasen ab. Die theoretische Phase findet in der Berufsfachschule statt. Dort erhältst Du neben dem fachspezifischen auch einen allgemeinbildenden Unterricht in den Fächern Deutsch, Politik oder Religion. Während der Praxisphase wirst Du wiederum aktiv in Deinem Unternehmen eingearbeitet und durchläufst meist mehrere Abteilungen des Betriebes. Eine andere Form der Ausbildung ist die schulische, die vor allem im Sozial- und Gesundheitswesen und einigen technischen Berufen angewandt wird. Hier erhältst Du Vollzeitunterricht an einer privaten oder öffentlichen Berufsfachschule, wirst aber auch im Rahmen verschiedener Praktika in die Praxis eingeführt. Bei privaten Schulen, wo Du häufig hohe Gebühren zahlen musst, solltest Du unbedingt vorher sicherstellen, ob Dein angestrebter Abschluss deutschlandweit anerkannt ist.

Ausbildung im öffentlichen Dienst

Neben schulischen und dualen Ausbildungen, kannst Du auch eine Ausbildung im öffentlichen Dienst beginnen, wie beispielsweise bei der Feuerwehr, der Polizei, dem Zoll oder der Bundeswehr. Für alle Ausbildungsbereiche ist eine grundlegende körperliche Fitness ratsam, da Du umfangreiche Sporttests absolvieren musst. Zur Vorbereitung auf die Auswahlverfahren gibt es inzwischen viele Videos bei Youtube. Zuletzt hat die Hamburger Feuerwehr ihre Anforderungen gelockert und eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung als Voraussetzung gestrichen. Ab August 2018 wird eine überbetriebliche handwerkliche Kompakt-Ausbildung in die Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann integriert.

Weiterbildung als Zünglein an der Waage

Wenn Du schon mitten in der Berufsausbildung steckst oder diese sogar schon abgeschlossen hast, kannst Du Dir mit Hilfe von Weiterbildungen entscheidende Zusatzqualifikationen für spätere Bewerbungsverfahren aneignen. Als Auszubildender hast Du sogar rechtlichen Anspruch auf Bildungsurlaub, den Du für Fortbildungsmaßnahmen nutzen kannst. Diese werden unter anderem in Form von Seminaren oder Trainingspaketen von der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder auch über das Portal der Bundesagentur für Arbeit angeboten. Auch die Volkshochschulen bieten kostengünstige Kurse für Auszubildende an, da aufwändige Fortbildungen oft mit hohen Kosten verbunden sind, die Du als Auszubildender kaum stemmen kannst.