Urlaubsplanung: Auf diese Dinge solltest Du achten

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Langsam aber sicher buchen auch die Letzten ihren Sommerurlaub. Ganz egal, ob Action in den Bergen oder Erholung am Strand: Der Urlaub ist zum Abschalten gedacht. Bei der Planung in der Firma kommen aber jedes Jahr dieselben Fragen auf. Darf mein Chef meinen Urlaubsantrag ablehnen oder während des Urlaubs anrufen? Und muss ich meinen Urlaub überhaupt nehmen oder kann ich ihn mir auszahlen lassen? Wir sagen Dir, was Du zum Thema Urlaubsplanung unbedingt wissen solltest.

Der gesetzliche Urlaubsanspruch

Wer regelmäßig arbeitet, soll sich davon auch erholen können. Deshalb hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Mindestanspruch auf Urlaub. Das gilt auch für Minijobber, Auszubildende, Volontäre, Werkstudenten und Teilzeitkräfte. Der Mindestanspruch beträgt 24 Tage bei einer sechstägigen Arbeitswoche, von der man beim Inkrafttreten des Gesetzes im Jahr 1963 noch ausgegangen war. Auf dieser Grundlage wird der Urlaubsanspruch anteilig berechnet. Wenn Du an fünf Tagen arbeitest, stehen Dir also mindestens 20 Urlaubstage im Jahr zu, bei einer Vier-Tage-Woche immer noch 16. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Du in Voll- oder Teilzeit arbeitest, denn der Anspruch bezieht sich auf die Arbeitstage und nicht auf die geleisteten Stunden. Wenn Du in Teilzeit arbeitest und Dein Urlaubsanspruch über dem gesetzlichen Mindestmaß liegt, wird Dein individueller Anspruch anteilig daran errechnet. Dir stehen beispielsweise laut Arbeitsvertrag 26 Tage zu, Du arbeitest aber nur an vier Tagen der Woche. Dann hast Du 21 Urlaubstage. Mit diesem Rechner kannst Du Deinen eigenen Anspruch selbst herausfinden.

Urlaub ist Pflicht

Wenn Du einmal im Urlaub bist, muss Dein Chef Dich auch in Ruhe lassen. Im Sommerurlaub auf Mallorca sollten Deine Gedanken einzig und allein der Wassertemperatur des Mittelmeers und dem Frühstücksbuffet gelten. Der Urlaub ist zur Erholung und Entspannung gedacht, Smartphone und Laptop dürfen ausgeschaltet bleiben. Das ist nicht nur Dein gutes Recht, sondern sogar Pflicht. Erledigst Du trotzdem Aufgaben für die Firma, zählt das nicht als Urlaub. Auch Krankheitstage sind keine Urlaubstage. Wenn Du während Deines Urlaubs also krank werden solltest und Dein Arzt Dich für eine Woche krankschreibt, behältst Du Deine Urlaubstage. Dass diese Tage am Ende des Jahres nicht automatisch verfallen, hat im vergangenen Jahr der Europäische Gerichtshof entschieden.

Wenn Dir der Urlaub auf Balkonien am Wochenende zur Entspannung reicht, brauchst Du Deine Urlaubstage vielleicht gar nicht. Eine naheliegende Option wäre, sich den Urlaub auszahlen zu lassen. Das geht aufgrund der bereits genannten Urlaubspflicht aber nicht. Die einzige Ausnahme ist, wenn Du den Urlaub nicht nehmen konntest. Das ist bei einer Kündigung der Fall oder wenn Dein Unternehmen den Urlaub aus betrieblichen Gründen verweigert hat. In diesen Fällen muss der Arbeitgeber ein Urlaubsentgelt zahlen, das sich am Gehalt der vorangegangenen 13 Wochen orientiert.  

Dein Chef hat das letzte Wort

Aber kann Dein Chef Dir den Urlaub überhaupt verweigern? Prinzipiell muss Dein Arbeitgeber Deine Urlaubswünsche berücksichtigen. Dein Unternehmen muss Deine Planungen also im Auge behalten und darf sie nicht ignorieren oder grundlos ablehnen. Es kann aber durchaus vorkommen, dass Dein Urlaub trotzdem nicht genehmigt wird. Das kann passieren, wenn Du in der auftragsstärksten Zeit des Jahres verreisen willst. Als Verkäufer im Einzelhandel wäre das beispielsweise die Weihnachtszeit. Wenn Du in dieser Zeit verreist und Deinem Unternehmen dadurch Personalmangel droht, kann es den Urlaubsantrag ablehnen. Gleiches gilt für den Fall, wenn einige Deiner Kollegen gleichzeitig Urlaub nehmen wollen. Hier gelten dann soziale Gründe: Arbeitnehmer mit Kindern, die auf die Schulferien angewiesen sind, haben Vorrang vor kinderlosen Kollegen. Auch andere soziale Gesichtspunkte und die Urlaubsplanung aus dem vergangenen Jahr können dafür sorgen, dass bestimmte Arbeitnehmer stärker berücksichtigt werden. Wenn Du Dich trotz abgelehnten Urlaubsantrags in die Ferien verabschiedest, riskierst Du eine fristlose Kündigung. Ist der Urlaub aber einmal genehmigt, kann der Chef ihn nur im absoluten Notfall widerrufen. Für einen solchen Notfall müsste aber schon die Existenz des Unternehmens auf dem Spiel stehen.