Vorne sitzen ohne Streit! Oder: Was macht eigentlich ein bezahlter Beifahrer?

„Du wirst doch hier nicht fürs Rumsitzen bezahlt!“ Doch, das gibt’s wirklich. Im nächsten Teil unserer JOBlog-Serie „Was macht eigentlich…?“ stellen wir vor, was ein bezahlter Beifahrer macht.

 

JOBlog Beifahrer

Einsteigen und den Sitz warm halten. Na gut, ganz so einfach ist es nicht. Bezahlte Beifahrer werden nämlich immer dann eingesetzt, wenn bei Auslieferungsfahrten Hilfe benötigt wird. Außerdem sind sie als Unterstützung bei Begleitfahrten dabei. So zum Beispiel beim Transport von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung.

Das Einsatzspektrum ist vielfältiger als man zunächst glaubt. Ob Möbel, Lebensmittel oder Elektrogeräte: Beim Be- und Entladen von Kraftfahrzeugen wird oft Hilfe benötigt. Hier kommen bezahlte Beifahrer ins Spiel. Sie helfen Waren aus dem Lager entgegenzunehmen und das Fahrzeug zu beladen. Dabei achten sie sorgfältig darauf, die Waren sachgemäß und in der richtigen Reihenfolge zu verstauen. Bei privaten Post- und Kurierdiensten helfen sie bei der Zustellung der Waren mit. Teilweise begleiten Beifahrer auch Kraftfahrer, um sie nach Ablauf der erlaubten Fahrzeit am Steuer abzulösen.

Und man kann als bezahlter Beifahrer auch Gutes: Bei sozialen Diensten begleiten sie ältere und kranke Menschen zu Arztbesuchen und anderen Terminen. Sie helfen ihnen beim Ein- und Aussteigen und sorgen dafür, dass Termine wohlbehalten wahrgenommen werden.

Kurios: In Indonesiens Hauptstadt Jakarta werden Beifahrer tatsächlich dafür bezahlt, einfach nur rumzusitzen. Hier herrscht die Regel, dass im Berufsverkehr nur Autos mit mindestens dreiköpfiger Besatzung fahren dürfen. Sogenannte „Jockeys“ bieten sich an, gegen Bezahlung im Auto mitzufahren.

Nichts für Sonntagsfahrer und PS-Piloten

Egal, ob man als Beifahrer Waren ausliefert oder Personen befördert. In diesem Job hat man viel Kontakt zu Menschen. Für Bewerber ist es daher wichtig, dass sie hilfsbereit, freundlich und höflich auftreten. Besonders beim Transport von kranken Menschen und Menschen mit Behinderungen ist ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen gefragt. Ein gültiger Führerschein wird nicht von jedem Arbeitgeber vorausgesetzt, verbessert aber die Jobchancen. Als Beifahrer von Kraftfahrzeugen ist auch körperliche Fitness von Vorteil.

Wer Spaß am Autofahren hat, gern mit anpackt und mit Menschen zusammenarbeitet, sollte über diesen Beruf nachdenken. Genauere Informationen gibt es im Berufenet der Bundesagentur für Arbeit.