Was macht eigentlich ein... Drahtzieher?

Denkst du bei dem Wort Drahtzieher spontan an den Bösewicht aus dem letzten James-Bond-Film? Da liegst du gar nicht so verkehrt. Ein Drahtzieher beschreibt einen Hintermann, der im Verborgenen seine Aktionen plant und von anderen ausführen lässt. Die zumeist zwielichtigen Pläne und seine Person sollen unerkannt bleiben. Im Volksmund wird er auch häufig Strippenzieher genannt. Doch den Drahtzieher gibt es nicht nur im übertragenen Sinne, sondern tatsächlich auch als Beruf. Aus verschiedenen Metallen stellt er Drähte her. Klingt langweilig? Mitnichten. Wir stellen Euch den spannenden Beruf in unserer Serie "Was macht eigentlich ein..." vor.

 

 

Drähte im Alltag

Ob dick oder dünn, Drähte verstecken sich in vielen Gegenständen unseres täglichen Lebens. Sie sind nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen aber unverzichtbar, damit beispielsweise Haushaltsgeräte ihren Zweck erfüllen. Mit modernen Mess- und Ziehmaschinen lassen sich Drähte ziehen, die sogar dünner als Menschenhaar sind. Aber auch Drähte mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern können von Maschinen gezogen werden. Diese kommen zum Beispiel im Automobilbereich zum Einsatz. Doch es geht noch größer. Stahldraht kommt auch beim Brückenbau zum Einsatz, für die Golden Gate Bridge wurden insgesamt 129.000 Kilometer Stahldraht verbaut. Andere Einsatzbereiche sind beispielsweise Schrauben oder Stromleitungen.

Fingerspitzengefühl ist gefragt

Aus verschiedenen Metallen produzieren Drahtzieher an Ziehmaschinen Drähte. Zu ihren Aufgaben gehört die Einstellung der Ziehmaschinen, das Ziehen der Metalle wie Kupfer oder Eisen sowie die Verschweißung und Veredelung der Endprodukte. Sorgfältiges Arbeiten ist in diesem Beruf besonders wichtig. Der Drahtzieher muss die korrekten Maße, die Oberfläche und die Querschnittsform beachten.

 

Beruf mit Tradition

Der Beruf des Drahtziehers ist ein altes Handwerk. Erstmals wurde die Technik des Drahtziehens im Mittelalter beschrieben. Sie ist aber vermutlich noch viel älter. Damals wurde der Draht mit Muskelkraft durch ein Zieheisen gezogen. Mit jedem Zug wurde der Draht dünner und entsprechend länger. Im Laufe der Zeit wurden für die Herstellung von Draht wasserbetriebene Drahtmühlen und später Drahtwalzen eingesetzt. Für feine und mittlere Drähte hat sich das technische Verfahren der Drahtherstellung über die Jahrhunderte allerdings kaum verändert.

Qualifikation und Ausbildung

Der Beruf zum Drahtzieher wurde 2013 durch den Ausbildungsberuf Fachkraft für Metalltechnik der Fachrichtung Umform- und Drahttechnik ersetzt. In einer zweijährigen dualen Ausbildung erlernen Nachwuchskräfte ihr Handwerk. Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, sollte sich für Physik und Chemie begeistern. Auch gute Mathekenntnisse sind sehr hilfreich. Für die Arbeit mit Maschinen und Werkzeugen sollten Interessierte Grundwissen in Werken und Technik besitzen.