Was macht eigentlich ein… Sattler?

Der Sattler-Beruf ist nicht nur etwas für Pferdefreunde. Auch wer sich mehr für Pferdestärken unter der Motorhaube interessiert, kann in diesem Beruf seine Passion finden. Denn Sattler fertigen bei weitem nicht nur Reitsättel. Auch LKW-Planen oder Verdecke für Cabrios und Boote entstehen beim Sattler. Wer dieses Handwerk lernt, hat die die Möglichkeit, sich ganz unterschiedlich zu spezialisieren. Aber welche Fachrichtungen gibt es? Und wie wird ein Sattler ausgebildet?

 

 

Reitsportsattlerei: Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde

Die Reitsportsattlerei ist das klassische Berufsbild. Ein Tätigkeitsfeld, das vor allem die Herzen von Pferdefreunden höherschlagen lässt. Sie sind ganz nah dran an den Tieren, kennen sich bestens mit der Anatomie und den Bewegungsabläufen von Pferden aus. Denn auf diesem Know-how basiert ihre tägliche Arbeit: Pferdesättel, Zaumzeug, Pferdegeschirr und weitere Sportartikel. Professionelle Sättel sind Maßanfertigungen und selbst Standardsättel müssen individuell angepasst werden, damit sie sitzen.

 

 

 

Dazu wird beim Pferd genau Maß genommen und die Bewegungen des Tiers werden analysiert. Dann fertigt der Sattler Schablonen für den Zuschnitt der einzelnen Teile. Danach näht, klebt und klammert er die Lederteile zusammen. Zum Schluss wird der Sattel gepolstert und mit Schnallen oder Beschlägen versehen.

Kräftig zupacken in der Fahrzeugsattlerei

Wer sich eher von motorisierten Pferdestärken angezogen fühlt, der ist in der Fahrzeugsattlerei womöglich richtig. Der Autosattler, so die umgangssprachliche Bezeichnung, fertigt und repariert die Innenausstattung, Sitze und Polster, Verdecke und Planen von Autos und Lastern, aber auch Booten und Anhängern. Er verarbeitet nicht nur Leder, sondern auch Holz und Kunststoff. Große deutsche Autositzhersteller sind aus Sattlereien entstanden. Ein Fahrzeugsattler braucht auch Kraft und Geschick und sollte möglichst schwindelfrei sein. Denn Lederrollen oder die Ballen mit der Plane zum Beispiel für Laster sind schwer. Und beim Anbringen sollte man schwindelfrei sein, ein LKW ist drei Meter hoch.

 

 

Feine Taschen aus der Sattlerei

Nicht ganz so ein Kraftakt ist die Feintäschnerei. Hier entstehen Taschen, Börsen und andere Lederwaren, aber auch Koffer. Sattler entwickeln und gestalten Entwürfe für Lederwaren und stellen sie her. Wie auch in den übrigen Fachrichtungen verbringen sie den größten Teil ihrer Arbeitszeit in Werkstätten und Produktionshallen.

Ausbildung und Qualifikation

Wer in diesem Beruf erfolgreich sein will, benötigt Kreativität und Interesse für Lederwaren und andere Materialien. Hinzu kommen gutes Vorstellungsvermögen, zeichnerische Fähigkeiten und handwerkliches Geschick. Gute Schulnoten in Mathe sind hilfreich. Ihr Handwerk erlernen angehende Sattler in einer dreijährigen Ausbildung.