Zündstoffthema Zwischenzeugnis: Wie geht man damit um?

Gehen Sie bald in Elternzeit? Haben sich Ihre Arbeitsaufgaben in den letzten Jahren deutlich verändert? Oder bekommen Sie bald einen neuen Vorgesetzten? Dann ist es höchste Zeit, ein Dokument einzufordern, das in vielen Unternehmen für Zündstoff sorgt: das Zwischenzeugnis.

 

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Schneller als gedacht kann es passieren, dass sich kein Fachvorgesetzter mehr genau daran erinnern kann, was Sie alles geleistet haben. Deswegen ist es oft sinnvoll, seinen Leistungsstand schriftlich dokumentiert zu bekommen.

Arbeitnehmer können von einem Zwischenzeugnis profitieren

Natürlich bekommen Arbeitnehmer ein Zwischenzeugnis, wenn sie gekündigt werden und Sie sich eine neue Stelle suchen. Das endgültige Arbeitszeugnis bekommen Sie nach dem Ende der Anstellung. Doch auch wenn eine Umstrukturierung, die Übernahme durch ein anderes Unternehmen oder die Insolvenz der Firma bevorstehen, haben Sie Anspruch auf ein Zwischenzeugnis.

Doch es gibt auch jenseits solcher Krisen Gründe, sich um einen Nachweis zu bemühen. Wer sich zum Beispiel mit seinem aktuellen Vorgesetzten gut versteht, kann vermutlich auf ein sehr gutes Zwischenzeugnis hoffen. Ein neuer Chef  kann dann nicht ohne handfeste Gründe ein sehr viel schlechteres Zeugnis ausstellen. Und wer aus der aktuellen Beschäftigung heraus eine neue Stelle sucht, kann dies mit einem Zwischenzeugnis im Rücken sehr viel besser tun.

Ein Alarmsignal für viele Vorgesetzte

Aus diesem Grund wirkt die Nachfrage nach diesem Nachweis für viele Vorgesetzte wie ein Alarmsignal. Wer ein Zwischenzeugnis wünscht, gerät schnell unter Verdacht, auf der Suche nach einem neuen Job zu sein. Das Thema hat also das Potential für Zündstoff am Arbeitsplatz.

Grundsätzlich macht ein Zwischenzeugnis Ihrem Arbeitgeber außerdem ebenso viel Arbeit wie ein Abschlusszeugnis. Weder die Personalabteilung, noch daran beteiligte Vorgesetzte oder die Geschäftsführung sind daran interessiert. Deswegen versuchen viele Arbeitgeber, diesen Wunsch abzublocken.

Gute Gründe für den Nachweis

Daher ist es wichtig, zu kommunizieren, dass man einen triftigen Grund für die Anfrage hat. Den Wunsch nach einem neuen Job sollte man natürlich für sich behalten. Aber neben den eingangs erwähnten Situationen gibt es noch eine Reihe von weiteren Gründen, nach einem Zwischenzeugnis zu fragen.

Der Arbeitgeber muss zum Beispiel ein Zwischenzeugnis ausstellen, wenn …  

  • Ihr direkter Vorgesetzter wechselt,
  • Sie den Standort wechseln,
  • Sie in eine andere Abteilung wechseln,
  • Sie neue Aufgaben übernehmen,
  • ein Sabattical, ein Auslandseinsatz, ein Zweitstudium, eine Elternzeit oder andere längere Auszeit anstehen,
  • der Verkauf oder die Pleite der Firma bevorsteht,
  • oder Sie entlassen werden sollen.
  • Sie beantragen das Zwischenzeugnis schriftlich. Vorlagen dazu findet man im Internet. Wichtig ist, nach einem qualifizierten Zwischenzeugnis zu fragen. In einem einfachen Zwischenzeugnis sind wie beim einfachen Arbeitszeugnis lediglich Angaben über Tätigkeit und Beschäftigungsdauer enthalten. Es gibt dort keine Bewertungen.

Begründen müssen Sie den Wunsch nach diesem Dokument nicht. Oft ist es aber sinnvoll, ein paar erklärende Worte mit dem Vorgesetzten zu wechseln. Während in Krisenfällen wie der Entlassung oder Firmenpleite klar ist, warum dieser Nachweis angefordert wird, hilft in allen anderen Fällen eine gute Kommunikation, die Situation zu entschärfen.


Als Faustregel gilt, dass man alle drei Jahre in einem Job ohne viel Aufhebens um ein Zwischenzeugnis bitten kann. Je offener Sie kommunizieren und je regelmäßiger Sie schriftlich einen Nachweis einfordern, desto weniger Aufregung erzeugt Ihr Wunsch.