Freelancer-Trends 2016: Eine Arbeitsform mit Zukunft

Freelancer-Tätigkeiten werden noch wichtiger aufgrund des steigenden Bedarfs der Unternehmen an flexibler Arbeit. Drei Viertel der deutschen Arbeitnehmer sind generell offen dafür, projektbasiert zu arbeiten. Das ergibt die Studie „Arbeitswelt der Zukunft“ der ManpowerGroup. Hier ein Ausblick auf den Freelancer-Markt 2016.

 

Freiberufler sind begehrt, speziell im IT-Umfeld. Für 45 Prozent der deutschen Unternehmen spielen Projektarbeiter auf Freelancer-Basis eine große bis sehr große Rolle. Und die Relevanz nimmt zu. In zwei Jahren werden 55 Prozent der Firmen auf die Dienste von Freiberuflern zurückgreifen. Das zeigt die IT-Freiberufler-Studie von IDG Business Research Services. Die Umsätze der Vermittler von IT-Freelancern bestätigen den Trend. Diese sind 2014 durchschnittlich um 14,9 Prozent angewachsen. 2015 soll ein Plus von 16,5 Prozent herauskommen, berichtet die Zeitschrift Computerwoche – Tendenz steigend.

Das Modell Freiberufler wird beliebter

Für die Freiberufler sind das gute Nachrichten. Freelancing ist für immer mehr Erwerbstätige Lebenshaltung. Besonders die jungen Freiberufler mögen das Arbeiten in Projekten. Sie wollen sich Job und Arbeitszeiten selbst aussuchen. In den USA sehen viele Arbeitnehmer das Dasein als Freiberufler inzwischen nicht mehr als Zwischenstation. Sie können sich vorstellen, dauerhaft von Projekt zu Projekt zu wechseln. Eine auf „The Freelancer“ zitierte Studie belegt die Entwicklung, die sich schon bald auch in Deutschland abzeichnen könnte.

Unternehmen sollten bei der Suche nach passenden Engineering und IT-Spezialisten auf die sich ändernde Einstellung zur Arbeit reagieren. Insbesondere die Generation Y wünscht sich flexible Arbeitsmodelle wie Teilzeit und Vertrauensarbeitszeit. Ein Ausweichen ins Home Office oder ein Café ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Diese Erwartungshaltung deckt sich jedoch vielfach noch nicht mit dem Anspruch der Unternehmen in Deutschland. Hierzulande herrscht immer noch die Regel, dass ein IT-Freelancer vor Ort arbeitet. Ein Mittelweg wäre, Freelancern der das Arbeiten in so genannten Co-Working-Büros zu ermöglichen. Das Konzept kommt vielen Projektarbeitern entgegen, die sich den Kontakt zu anderen Freiberuflern wünschen.

Gute Deutschkenntnisse weiterhin „Pflicht-Skill“

Ein Umdenken bietet sich zudem bei den geforderten Sprachkenntnissen an. Freelancer ohne Deutschkenntnisse werden es bei Unternehmen hierzulande weiter schwer haben. Deutsch gilt nach wie vor als Projektsprache Nummer eins. Umgekehrt öffnet sich gerade der Projektmarkt für Freiberufler aus Deutschland, die im Ausland tätig werden wollen.

Rolle der Personaldienstleiser wird wichtiger

Noch suchen sich Unternehmen Freelancer für Projekte vorzugsweise in Eigenregie. Doch es gibt zunehmend Firmen, die das Recruiting an externe Personalvermittler auslagern. Der Grund sind steigende Compliance-Anforderungen. Die Unternehmen wollen sichergehen, dass sie die komplexen Gesetze und Richtlinien einhalten. Deshalb schalten sie lieber einen Personaldienstleister ein, der bei Regulierungsthemen immer auf dem neusten Stand bleibt. Der Regulierungskatalog wird in den kommenden Jahren eher dicker als dünner. Ein Beispiel ist das das geplante Gesetz zur Verhinderung von Scheinselbstständigkeit, das 2017 in Kraft treten soll.

Freelancing etabliert sich

Der Berufsstand des Projektarbeiters wird im kommenden Jahr weiter an Attraktivität gewinnen. Es gründen sich immer mehr Organisationen, Plattformen und Serviceanbieter rund um das Thema Freelancing. Parallel wird allerdings der Wettbewerb um Projekte steigen, wenn mehr Arbeitnehmer freiberuflich arbeiten wollen. Das Eigenmarketing wird 2016 spürbar an Bedeutung gewinnen.

 

Download: Studie "Arbeitswelt der Zukunft"