Es ist das wöchentliche Dilemma beim Einkaufen. Schokolade A ist zwar günstiger, schmeckt aber nicht so gut wie die teurere Schokolade B. Doch ist die nicht nur wegen ihres Namens so teuer? Und überhaupt: Wollten Sie nicht sowieso weniger Süßes essen…? Entscheidungen bestimmen unseren Alltag. Schätzungen von Verhaltensforschern reichen von 20.000 bis hin zu 100.000 Entscheidungen pro Tag.
Viele dieser Entscheidungen sind uns gar nicht bewusst (Ziehe ich den linken oder den rechten Schuh zuerst an?), andere hingegen haben weitreichende Konsequenzen (Nehme ich das Jobangebot in einer anderen Stadt an oder nicht?). Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit ein paar einfachen Regeln schnell zur richtigen Entscheidung kommen.
Nicht lang schnacken ...
… Kopf in Nacken! Der vor allem in Norddeutschland bekannte Ausdruck lässt sich in gewisser Weise auch auf die Entscheidungsfindung übertragen. Denn bevor Sie sich tagelang mit schweren Entscheidungen herumquälen, raten Experten wie beispielsweise der Psychologe Gerd Gigerenzer dazu, intuitiv auf das Bauchgefühl zu hören und danach zu entscheiden. Schnelle Entscheidungen befreien und je länger Sie über verschiedene Optionen nachdenken, desto mehr Möglichkeiten kommen Ihnen in den Sinn, die möglicherweise viel schlechter als Ihr Ursprungsgedanke sind. Gigerenzers Studien zeigen auch, dass zu viele Informationen bei der Entscheidungsfindung eher hinderlich sind als dass sie uns etwas nutzen.
Pro- und Contra-Liste anfertigen
Wenn Sie Ihrem Bauchgefühl nicht vertrauen möchteen, weil es um eine sehr wichtige Entscheidung geht, kann es Ihnen helfen, eine kurze Liste mit Argumenten anzufertigen – eine altbekannte Methode, die aber wirklich funktioniert. In diese Pro-Contra-Liste tragen Sie alle Argumente für die jeweilige Option ein und gewichten diese nach ihrer Priorität. So verschaffen Sie sich selbst einen Überblick und können Ihre Gedanken besser sortieren.
Schon allein die bloße Anzahl an Argumenten kann Ihnen einen ersten Hinweis auf die richtige Entscheidung geben. Sie sollten die einzelnen Punkte auch miteinander vergleichen und abwägen, um die für Sie persönlich beste Entscheidung zu treffen. Außerdem wichtig: Nehmen Sie sich für die Liste Zeit, denn unter Stress treffen wir schlechtere Entscheidungen. Ist die Liste fertig, aber die Entscheidung fällt Ihnen immer noch schwer, lassen sie kurz sacken und werfen Sie am nächsten Tag noch einmal einen Blick drauf.
Perspektive wechseln und um Rat fragen
Sie können diese Liste auch Freunden und Familie zeigen, die vielleicht einen ganz anderen Blick auf die Sache haben, weil sie im Zweifelsfall sogar selbst davon betroffen sind. Generell ist es ratsam, andere Meinungen zu Ihrem Problem zu hören. Sie sollten jedoch nur Personen aus Ihrem engen Umfeld fragen, sonst überladen Sie sich wieder mit zu vielen Informationen. Sie können jedoch auch selbst die Perspektive wechseln und sich in andere Personen hineinversetzen: wie würde Ihr Partner entscheiden? Welche Konsequenzen ergeben sich für Ihre Kinder?
Aus Fehlern lernen
Sollte sich Ihre Entscheidung doch als Fehlgriff entpuppen, ist das noch lange kein Grund zum Verzweifeln. Denn: Aus Fehlern lernen Sie für die Zukunft und manchmal bewirken Sie damit völlig unerwartete Dinge, die sich später positiv für Sie auszahlen. Allerdings müssen Sie auch nicht krampfhaft an Ihrer falschen Entscheidung festhalten, wenn es Ihnen damit nicht gut geht. Sie sollten versuchen, zu handeln und Ihre Entscheidung zu korrigieren. Die Fähigkeiten, Selbstkritik zu üben und offen eigene Fehler einzugestehen, werden Ihnen außerdem von vielen Seiten als Stärke ausgelegt.

