Nicht jeder ist mit einem Job von 09.00 bis 17.00 Uhr zufrieden. Immer zu gleichen Zeit aufstehen, immer der gleiche Weg zur Arbeit, immer der gleiche Tagesablauf. Warum nicht ein wenig Abwechselung in den grauen Arbeitsalltag bringen? Die bekannteste Form aller flexiblen Arbeitszeitmodelle ist die Gleitzeit.
Einer Umfrage zufolge, ist flexibles Arbeiten im Jahr 2019 ein Konzept, das 68 % der Beschäftigten in Deutschland als Normalität angesehen wird. Hier bestimmt nicht die Stechuhr den Beginn der Arbeitszeit. Aber oft ist eine Kernzeit vorgegeben, in der Sie am Arbeitsplatz sein sollten. Doch wann Sie kommen oder auch gehen, bestimmen Sie oder der Umfang Ihrer Arbeit. Machen Sie Überstunden, können sie diese an anderen Tagen wieder ausgleichen. Allerdings können Sie hier nicht die Überstunden so anhäufen, dass Sie plötzlich drei Monate auf Reisen gehen können. Das System der Gleitzeit soll sich selbst ausbalancieren und gelegentliche Mehrarbeit abfedern.
„NextGen-Arbeit“: individueller und flexibler in die Zukunft
Laut einer ManpowerGroup-Studie zu NextGen Arbeitsmodellen der Zukunft, möchten über 80 Prozent der Menschen, die flexibel arbeiten, das auch in Zukunft machen können. Die „NextGen-Arbeit“ („NextGen“ steht dabei für „nächste Generation“) ist eine Art berufliche Aufgaben zu erledigen, mehr zu verdienen und sich weiter zu qualifizieren. Menschen in Deutschland, die flexibel arbeiten, haben sich bewusst dafür entschieden. Die Dynamik auf den Arbeitsmärkten steigt ständig. Damit ändert sich auch auf Seiten der Arbeitgeber die Nachfrage. Das klassische Modell des Angestellten ist ein Auslaufmodell. Alternative Beschäftigungsformen wie Projektarbeit, Zeitarbeit und freiberufliches Arbeiten lassen sich als NextGen-Arbeit bezeichnen. Das sind die Arbeitsmodelle der Zukunft. Leider ist Deutschland auf diesem Gebiet kein Vorreiter. In Ländern wie den USA, Italien oder auch Australien gibt es eine viel größere Offenheit für alternative und flexible Arbeitszeitmodelle
Neue Ausrichtungen in den Schichtsystemen
Selbst in Pflegeeinrichtungen oder anderen Schichtbetrieben kann über flexiblere Arbeitszeiten gesprochen werden. Traditionell erschweren die starren Pläne jegliche flexible Gestaltung des Arbeitsplatzes. Doch muss zum Schichtbeginn wirklich die komplette Mannschaft an Bord sein? Hier könnte eine Befragung den Bedarf ermitteln, dann wird die Personalstärke an die Bedürfnisse angepasst. Ab einer bestimmten Uhrzeit ist dann die ganze Belegschaft vorhanden. Ein Model wie bei der Gleitzeit, nur das hier die Anfangszeiten vorgegeben sind. Dennoch bieten solche Modelle eine starke Entlastung. Wer flexibel auf die Betreuung von Kindern am Morgen reagieren muss, hat hier die Möglichkeiten dazu. Immer mehr Unternehmer und Einrichtungen zeigen sich neuen Modellen gegenüber aufgeschlossen. Vorschläge der Belegschaft werden dabei gerne angenommen.
Homeoffice: Traumjob für jeden?
Zuhause arbeiten ist eigentlich für viele ein Traum. Es klingt ja schön: sich mit dem Firmenlaptop auf der Couch lümmeln, zwischendurch einen Eistee aus dem Kühlschrank holen oder mittags mit dem Hund eine Runde Gassi laufen. Doch bevor Sie sich für das Arbeiten in den eigenen vier Wänden entscheiden, hinterfragen Sie sich ehrlich, ob Sie wirklich dafür geeignet sind. Wenn Sie diszipliniert genug sind, strukturiert und produktiv arbeiten und Ihren Tagesablauf selbst gut managen können, dann ist das Homeoffice eine echte Alternative mit vielen Vorteilen. Sie sparen die Kosten für das Pendeln zur Firma und bewegen sich mittags vielleicht auf einer Joggingrunde durch den Park. Das ist gesünder als der übliche Weg zur Currywurst in der Kantine. Viele Arbeitgeber sträuben sich noch, das Homeoffice als zusätzliches flexibles Angebot zu genehmigen. Sie fürchten den Kontrollverlust über ihre Mitarbeiter, beklagen den fehlenden informellen Austausch beim Klatsch in der Kaffeeküche. Doch Firmen wie SAP oder Microsoft zeigen, dass man trotz Homeoffice in vielen Bereichen sehr erfolgreich sein kann.
Das Sabbatical: Die Auszeit, um Abstand zu gewinnen
Die längere Auszeit vom Betrieb, um sich zu erholen und neue Kraft zu tanken und vielleicht ganz neue Blickpunkte auf das eigene Leben zu finden, wird immer beliebter. Besonders angesagt sind solche Auszeiten bei Managern, Schauspielern oder Musikern. Die mehrmonatige Auszeit, neudeutsch das „Sabbatical“, wird für immer mehr Arbeitnehmer zu einer Alternative um sich komplett neu im Leben zu finden.
Das Wort Sabbat kommt aus dem Hebräischen und bezeichnet das siebte Jahr. Hier sollten die Menschen die Felder nicht bearbeiten, sondern ruhen lassen. Sabbat lässt sich auch mit „inne halten“ übersetzen. Einen gesetzlichen Anspruch hast Du in Deutschland leider nicht darauf. Doch wenn Sie so etwas gut planen und vorbereiten, dann können Sie vielleicht auch Ihren Chef davon Sie überzeugen. Doch eines sollte vorher klar sein: Ohne finanzielle Einbußen werden Sie nicht davonkommen. Im Sabbatjahr-Ratgeber erfahren Sie wie Sie so etwas richtig planen und alles rund um die berufliche Auszeit.
Langzeitarbeitskonten: Überstunden sparen und lange frei machen
Fraport, der Betreiber des Frankfurter Flughafens, gilt als Pionier der Langzeitarbeitskonten in Deutschland. Hier können die Arbeitnehmer über einen langen Zeitraum Überstunden ansparen, um sie dann gesammelt und gezielt für beispielsweise eine Weltreise, eine Weiterbildung oder auch einen früheren Eintritt in die Rente zu nutzen. Der Hintergrund dafür: Junge Arbeitskräfte haben viel Elan, arbeiten 50 Stunden und mehr pro Woche. Diese Plusstunden kommen dann dem gleichen Arbeitnehmer zu Gute, wenn er wegen eines Kindes ein paar Jahre vielleicht nur noch 30 Stunden arbeiten möchte. Und das trotz einer Vollzeitstelle und bei vollem Gehalt. Bei Fraport dürfen die Mitarbeiter bis zu 200 Stunden Arbeitszeit jährlich „ansparen“. Bei 3.000 Plusstunden ist aber Schluss, das ist immerhin eine Zeit von umgerechnet 1,5 Jahren. Die Einführung eines solchen Langzeitarbeitskontos erfolgt entweder auf Initiative eines Betriebsrates oder durch den Arbeitgeber.

