Applaus Applaus! Oder: Was macht eigentlich ein... Warm-Upper?

12.12.2020 - In TV-Shows sind sie die Vorband, ihre Berufsbezeichnung lautet „Anheizer“ oder "Warm-Upper". Wir stellen Ihnen diesen Beruf im JOBlog vor.

Sänger mit Mikrofon, Hut und Hawaiihemd in Aktion

Warm-Upper müssen echte Entertainer-Qualitäten besitzen. Damit bringen sie das Publikum auf Betriebstemperatur. Im Showbusiness lautet Ihre Berufsbezeichnung „Anheizer“. Sie sorgen in Fernsehshows dafür, dass im Studiopublikum die Stimmung kocht. Ob „Circus HalliGalli?“, „Britt” oder „TV total“: Alle diese Shows beschäftigen Stimmungskanonen als Einpeitscher. Ihr Auftrag: Sie bringen das Publikum im Saal idealerweise so in Fahrt, dass die Zuschauer von der Begeisterung angesteckt werden.

Für den Job gibt keine klassische Ausbildung. Sie werden häufig wie die echten Stars von der Straße gecastet. Christian Oberfuchshuber war zum Beispiel für den Sender RTL auf Nachwuchssuche. Wie das abläuft, zeigt folgendes Video.

Warm Upper No 1

15 Minuten Rampenlicht

Trotz Show-Talent: Ein Warm-Upper muss damit leben können, dass er nur hinter den Kulissen arbeitet. Seine „Showtime“ ist die Viertelstunde vor der Sendung. In dieser Zeit sorgt er dafür, dass das Publikum frenetisch klatscht und jubelnd den Moderator begrüßt. Er ist auch dafür da, den Zuschauern rechtzeitig den Ablauf der Show zu erklären. Ist das Publikum an Spielen oder ähnlichem aktiv beteiligt, muss er diese proben.

Fast noch wichtiger ist aber, die Zuschauer schon vor Beginn der Show gut zu unterhalten, damit sie nicht gelangweilt in ihren Sitzen hängen. Da sind dann echte Comedy-Qualitäten gefragt. Der Job geht außerdem in den Werbepausen weiter, wo die gute Stimmung natürlich aufrechterhalten werden muss.

600 Euro pro Show

Warm-Upper oder Anheizer arbeiten auf freiberuflicher Basis. Sie haben oft schon Bühnenerfahrung und bekommen pro Show eine Gage von 600 Euro pro Show, bei bis zu 400 Produktionen im Jahr. Das Beispiel Christian Oberfuchshuber zeigt aber: Wer sich gut selbst vermarktet, kann es als professioneller „Pausenclown“ durchaus zu etwas bringen!