Vitamin B, Networking oder einfach Kontakte pflegen – das berufliche und private Netzwerken hat viele Namen. Gleichzeitig steigt mit der Digitalisierung die Zahl der Möglichkeiten, mit Kolleg*innen, Freunden oder beruflichen Kontakten in Verbindung zu bleiben. Da verliert sich schnell die Übersicht. Oder schlimmer: Sie sind der große Netzwerker im Internet, vernachlässigen aber die persönlichen Kontakte im echten Leben. Wie Sie online und offline clever netzwerken, verraten wir Ihnen mit unseren Tipps!
Clever Netzwerken – on- und offline
Persönlichkeit zählt!
Die wichtigste Regel beim Netzwerken ist: Man trifft sich immer zweimal im Leben! Egal, ob es der Fußballtrainer Ihrer Kinder ist oder ein Kollege, dem Sie nur mal kurz begegnet sind. Der Fußballtrainer ist vielleicht im Berufsleben der Abteilungsleiter einer Firma, zu der Sie gerne wechseln würden. Und der Ex-Kollege hat Sie noch in guter Erinnerung, wenn er mal wieder nach einem Kontakt gefragt wird. Versuchen Sie also immer, einen professionellen, freundlichen Eindruck zu hinterlassen.
„Wie hieß denn er noch mal …?“ Wir begegnen ständig neuen Menschen. Notieren Sie sich deshalb auf Visitenkarten ein paar Stichworte zu der Gelegenheit oder dem Thema Ihres Treffens oder schreiben Sie einen Kommentar in das Handy zum entsprechenden Namen. Das können Sie auch digital machen: Auf Xing gibt es bei Kontakten oben rechts den Reiter „Meine Notizen zu…“, unter dem Sie einen Text eingeben können. Das Datum erscheint automatisch. Und vergessen Sie nicht, selbst immer ausreichend Visitenkarten in der Tasche zu haben. Auch private Kontakte erinnern sich so besser an Sie.
Lassen Sie sich vorstellen, wenn Sie einen Kontakt brauchen.
Möchten Sie gerne eine bestimmte Person kennenlernen oder Kontakt zu einem Unternehmen aufbauen? Dann schauen Sie doch mal, ob einer Ihrer Kontakte eine Brücke bauen kann. Besonders einfach machen es Ihnen hierbei soziale Netzwerke wie Xing, LinkedIn oder auch Facebook. Denn hier können Sie mit einem Klick sehen, ob es gemeinsame Freunde oder berufliche Verbindungen gibt.
Über die „Erweiterte Suche“ bei Xing finden Sie beispielsweise ganz gezielt Unternehmen. Dort werden Ihnen alle direkten Kontakte in der gesuchten Firma angezeigt. Bei diesen Direktkontakten steht eine kleine „1“ im Profilbild. Die Personen mit einer „2“ im Profilbild sind dann die Kontakte Ihrer Kontakte. Bitten Sie also doch einen „1er“-Kontakt um ein kurzes Vorstellen bei einer „2“. Übrigens ist bei erfolgreicher Zusammenarbeit die Bitte um eine Referenz völlig legitim.
Gehen Sie raus, wenn Sie Eindruck hinterlassen wollen.
Ein persönliches Gespräch bleibt viel besser haften als online hergestellte Kontakte. Gehen Sie deshalb regelmäßig auf Messen, Branchen-Events und Netzwerk-Veranstaltungen. Letztere müssen nicht zwingend direkt mit Ihrem Job zu tun haben. Auch die Wohltätigkeitsclubs wie Rotary oder Lions sind eine gute Möglichkeit, um in Ihrer Stadt Menschen kennenzulernen. Zudem gibt es zahlreiche Netzwerke speziell für Frauen, Selbstständige, Berufsanfänger und viele andere mehr.
Mittlerweile hat fast jede Stadt auch eine eigene Facebook-Gruppe. Somit besteht die Möglichkeit, nach guten Netzwerken zu fragen und Hinweise zu Veranstaltungen zu erhalten.
Ob im Verein, bei einem Lauftreff oder bei einem Verband, überall finden sich einige Gleichgesinnte. Doch Achtung! Verzetteln Sie sich nicht. Wenn Sie konkrete Ziele verfolgen, führen berufsbezogene Veranstaltungen eher zum Erfolg.
Lernen Sie Small Talk.
Wer kein geborener Netzwerker ist, tut sich anfangs etwas schwer, auf Menschen zuzugehen. Das ist völlig normal. Freundliches Auftreten und ehrliches Interesse am Gegenüber sind meist verlässliche Türöffner. Das vertreibt auch die Nervosität. Ein guter Anknüpfungspunkt ist, wenn Sie auf Netzwerk-Veranstaltungen oder Messen kurze Vorträge oder Impulsreferate halten. Der Aufwand ist meist gar nicht so groß. Doch Sie kommen viel besser ins Gespräch!
Bieten Sie Ihre Unterstützung an
Ein Netzwerk beruht immer auf Gegenseitigkeit. Wer seine Kontakte nur anspricht, wenn er selbst etwas braucht, wird nicht weit kommen. Bieten Sie deshalb auch proaktiv Hilfe an, geben Sie Empfehlungen weiter, dienen Sie als Referenz für Kolleg*innen usw. Mittel- und langfristig zahlt sich das aus. Vermerken Sie auf der Visitenkarte oder in Ihrem digitalen Netzwerk, was Sie für jemanden getan haben. Vielleicht brauchen Sie bei Gelegenheit auch einmal eine Gegenleistung Ihres Kontaktes.
Ihre Kontakte sind auf Tauchstation gegangen? Dann ist es Zeit, sich zu verabschieden.
Besonders in der digitalen Welt fügen wir schnell Kontakte oder Freunde zu unseren Netzwerken hinzu. Dabei handelt es sich nicht explizit um sinnvolle Verbindungen. Wenn sich über Jahre hinweg keine Gemeinsamkeiten finden, wo weder Sie noch der andere, Hilfestellung bieten kann, ein Netzwerkpartner komplett auf Tauchstation geht oder Sie denjenigen einfach schrecklich unsympathisch finden, löschen Sie den Kontakt. Das geht sogar sehr diskret. Wie Sie bei LinkedIn oder Xing Kontakte löschen und entfernen, erfahren Sie auf der Website Karrierebibel.

