3 Fragen an... Robert Kliche

Robert Kliche ist zur Zeit des Interviews freiberuf­licher Interim-Manager und meist für Banken tätig. Zu seinen Projekten und der Betreuung über einen Personaldienstleister.

Nahaufnahme Mann im Anzug, leichtes lächeln

Robert Kliche ist zur Zeit des Interviews freiberuflicher Interim-Manager und meist für Banken tätig. Inzwischen ist Kliche Gründer von Auriliance und lebt in Zürich. Vor Auriliance war er in diversen Senior-Funktionen eines international agierenden Bank­konzerns in München, Paris und Shanghai tätig. Auch privat ist er viel unterwegs, bereist Europa und Asien. Zudem interessiert er sich für europäische Philosophie.

3 Fragen an Sie, die uns interessieren:

Herr Kliche, Sie sind seit 2012 als Freiberufler im Banken­umfeld tätig. Für welche Projekte zeichnen Sie sich aus fachlicher Sicht als Spezialist aus?

Wichtig ist meiner Meinung nach ein gewisser „Stallgeruch“, um damit Verständnis für eine Bank als Ganzes mitzubringen. Diesen bringe ich aufgrund meiner lang­jährigen Berufs­erfahrung und Tätigkeit für Banken im In- und Ausland mit inter­nationalem Bezug mit. Krediterfahrung und diverse Stabs- und Projekt­tätigkeit lassen mich generalistisch denken. Das Generalistentum ist meine Spezialisierung. Es hilft mir, mich schnell mit neuen Aufgaben­stellungen vertraut zu machen, die immer öfter quer über die organisatorische Breite einer Bank laufen.

Hilfreich ist für mich ebenfalls meine breite Aufstellung. Als Wirtschafts­ingenieur und Master of Business and Engineering bringe ich sowohl betriebs­wirtschaft­liches als auch technisches Verständnis und Know-how mit an Bord. Daneben bilde ich mich konsequent weiter und greife gerne auf mein Wissen unter anderem als zertifizierter Compliance Officer (Univ.) oder auch zertifizierter Projekt­manager zurück.

Da Projekte ohne funktionierendes zwischen­menschliches Miteinander meist nicht optimal laufen, habe ich mich zum zertifizierten Business Coach ausbilden lassen und trage hier gerne – zum Beispiel in der Kommunikation – meinen Teil zum Gelingen bei. Last but not least profitiere ich als Reserve­offizier von effizienten Arbeits­methoden, die ich mir in Stäben der Bundes­wehr aneignen kann und ins Projekt einbringe.

Die Finanzdienst­leistungs­branche ging durch turbulente Zeiten. Heute lassen die Anforderungen der Digitalisierung und die aktuelle politische Lage langfristige Strategien schwer ableiten. Wie, glauben Sie, können Banken ihre Herausforderungen stemmen, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein?

Das ist eine sehr komplexe Frage. Ich versuche mich bei der Beantwortung so kurz und gleich­zeitig so präzise wie möglich zu halten. Banken sind Intermediäre und spielen in Gesellschafts- / Wirtschafts­systemen eine maßgebliche Rolle. Neben einer funktionierenden Energie­versorgung ist eine funktionierende Versorgung einer Volkswirtschaft mit Finanz­dienst­leistungen das Fundament jeglichen Wirtschaftens. Der Politik sollte entsprechend daran gelegen sein, dass Banken gut funktionieren können.

Wir erleben eine Zunahme an Komplexität in der Welt, die maßgeblich durch Globalisierung und Evolution getrieben ist. Banken stehen hier oft als Zaungast in der zweiten Reihe am Ort des Geschehens. Das Primat der Politik führt zu neuen Gesetzen im Rahmen dieses iterativen Annäherns und Interagierens der verschiedenen Staaten und Systeme. Es ist daher für Banken wichtig, in regel­mäßigem Austausch mit der Politik zu stehen, um mitgestalten zu können. Daneben ist die schnelle Umsetzung dessen, was die Politik bereits beschlossen hat und durch regulatorische Maßnahmen umzusetzen ist, dann auch tatsächlich möglichst schnell umzusetzen. Andernfalls könnten drakonische Strafen die Konsequenz sein.  

In den USA beobachten wir Überlegungen hin zu einem Zurück­nehmen diverser regulatorischer Erfordernisse. Europäische Banken haben hier zügig zu reagieren, um konkurrenzfähig bleiben zu können. Im Austausch mit der Politik sind neue Lösungen zu finden. Parallel sind unbedingt im Rahmen von Effizienz­steigerungen etwaige Beeinträchtigungen zu kompensieren.

Das Buzzword ist für mich daher – vor dem eben skizzierten Hintergrund – "Effizienz". Banken, die den Effizienz­gedanken und den Willen zu schnellem Adaptieren an Lage­änderungen in Verbindung mit integrem Handeln nachhaltig in ihrer Unternehmens­kultur verankert haben, werden meines Erachtens für die Zukunft gut gerüstet sein. 

Als Freiberufler sind Sie bestens vernetzt, um sich zur richtigen Zeit für ein neues Projekt zu positionieren. Dabei arbeiten Sie auch mit Personal­dienst­leistern zusammen. Wie sieht Ihrer Meinung nach, eine optimale Kommunikation und Betreuung zwischen Freelancer und Personal­dienst­leister aus?

Für mich sieht eine optimale Kommunikation und Betreuung so aus, dass ich die mit mir zusammen­arbeitenden Menschen beim Personal­dienstleister als Kolleginnen und Kollegen verstehe. Mit Blick auf den zugrundeliegenden Prozess stelle ich für mich fest, dass wir – obwohl wir in verschiedene Legal Entities eingebettet sind – doch unmittelbar zusammen­arbeiten. Wenn dieses Verständnis auch beim Personal­dienst­leister so vorherrscht, also nicht nur rein nach Schlag­worten im Lebenslauf für eine Projekt­besetzung gesucht wird, dann kann die Kommunikation und Betreuung gut funktionieren.

Wichtig ist in diesem Zusammen­hang für mich zu unterstreichen, dass es sich immer um eine auf Vertrauen aufbauende Zusammenarbeit handelt. Je größer das gegenseitige Vertrauen, desto größer das Potenzial an Möglichkeiten und dessen Wahrscheinlich­keit auf Realisierung. Dafür ist es wichtig, sich kennen­zulernen und regelmäßig in Kontakt zu sein. So kommt eins zum anderen und final ergibt sich daraus eine immer trag­fähigere und erfolgreiche Zusammen­arbeit.