Was macht eigentlich ein bezahlter Beifahrer?

Vorne sitzen, ohne Streit. Beifahrer helfen bei Auslieferungsfahrten, beim Be- & Entladen, Fahrdiensten mit älteren Menschen. Wir stellen den Beruf vor.

vor Transporter voll mit Kisten stehen zwei Männer, die lächeln in Kamera und tragenTeppich und Kisten

Fürs Herumsitzen bezahlt werden? Von wegen. In der Reihe „Was macht eigentlich…?“ stellen wir vor, was ein bezahlter Beifahrer alles so macht.

Einsteigen und den Sitz belegen – ganz so einfach ist es nicht. Bezahlte Beifahrer werden nämlich immer dann eingesetzt, wenn bei Auslieferungs­fahrten Hilfe erforderlich ist. Zudem sind sie als Unterstützung bei Begleit­fahrten dabei. So zum Beispiel beim Transport von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung.

Das Einsatzspektrum ist vielfältiger als man zunächst vermutet. Ob Möbel, Lebens­mittel oder Elektro­geräte: Beim Be- und Entladen von Kraftfahr­zeugen ist oft kraftvolle Unterstützung gefragt. Hier kommen bezahlte Beifahrer ins Spiel. Sie helfen, Waren aus dem Lager entgegen­zunehmen und das Fahrzeug zu beladen. Dabei achten sie sorgfältig darauf, die Waren sachgemäß und in der richtigen Reihen­folge zu verstauen. Bei privaten Post- und Kurier­diensten helfen sie bei der Zustellung der Waren mit. Teilweise begleiten Beifahrer auch Kraftfahrer, um sie nach Ablauf der erlaubten Fahrzeit am Steuer abzulösen.

Als bezahlter Beifahrer lässt sich auch jede Menge Gutes tun: Bei sozialen Diensten begleiten sie ältere und kranke Menschen zu Arztbesuchen und anderen Terminen. Sie helfen ihnen beim Ein- und Aussteigen und sorgen dafür, Termine wohlbehalten wahrzunehmen.

Kurios: In Indonesiens Hauptstadt Jakarta wurden Beifahrer tatsächlich dafür bezahlt, einfach nur herumzusitzen. Hier herrschte bis 1996 die Regel, dass im Berufs­verkehr nur Autos mit mindestens dreiköpfiger Besatzung fahren dürfen. Sogenannte „Jockeys“ boten sich an, gegen Bezahlung im Auto mitzufahren.

Nichts für Sonntags­fahrer und PS-Piloten

Egal, ob man als Beifahrer Waren ausliefert oder Personen befördert. Dieser Job zeichnet sich durch viel Kontakt zu Menschen aus. Für Bewerber*innen ist es daher wichtig, dass sie hilfsbereit, freundlich und höflich auftreten. Besonders beim Transport von kranken Menschen und Menschen mit Behinderungen ist ein hohes Maß an Verantwortungs­bewusstsein und Einfühlungs­vermögen gefragt. Ein gültiger Führerschein wird nicht von jedem Arbeitgeber vorausgesetzt, verbessert jedoch die Jobchancen. Als Beifahrer von Kraftfahrzeugen ist auch körperliche Fitness von Vorteil.

Wer Spaß am Autofahren hat, gerne mit anpackt und mit Menschen zusammenarbeitet, sollte über diesen Beruf nachdenken. Genauere Informationen findet sich im Berufenet der Bundes­agentur für Arbeit.

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