Zum Bewerbungsgespräch extra aus München nach Hamburg reisen? Manchmal ist es besser, vorher zu klären, ob sich die Reise für beide Seiten lohnt. Im Recruiting-Prozess ist ein Vorgespräch per Telefon oder per Teams inzwischen eine übliche Vorgehensweise. Der Vorteil: Beide Seiten sparen Geld und Zeit. Doch ein Jobinterview ohne persönliches Treffen ist für viele eine ungewohnte Situation. Wir verraten, wie Sie sich optimal auf ein fernmündliches Bewerbungsgespräch oder ein Teams-Meeting vorbereiten.
So gelingt Ihr fernmündliches Vorgespräch
Überprüfen Sie die Technik
Die Batterie Ihres Handys meldet sich mit einem Piepen? Das ist nicht die ideale Grundlage für ein Jobinterview. Ablenkungen, Unterbrechungen oder sogar einen Ausfall des Gesprächs hinterlassen keinen guten Eindruck. Stellen Sie daher vor dem Gespräch sicher, dass alles funktioniert und aufgeladen ist – mindestens 75 %.
Wenn Sie das Gespräch per Teams führen, empfiehlt es sich, ein Testinterview mit einem Freund oder einer Freundin durchzuführen. Ist das Bild scharf oder gibt es Verzögerungen? Wie ist der Ton? Das sind alles Fragen, die Sie vorab klären können. Legen Sie sich einen Account mit Ihrem Vor- und Zunamen und einem seriösen Foto an, das Sie auch bei einer Bewerbung mitsenden würden.
Kleider machen Leute
Auch wenn Sie bei einem reinen Telefoninterview nicht zu sehen sind, Ihre Kleiderwahl beeinflusst Ihre eigene Wahrnehmung. Ziehen Sie sich so an, wie Sie auch zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch gehen würden. Jogginghose oder sogar Schlafanzug lassen Sie vielleicht unsicherer klingen - und das hört Ihr Gesprächspartner.
Bei einem Gespräch per Teams erscheinen auf dem Bildschirm in der Regel nur der Kopf und der Oberkörper des Gesprächspartners. Das heißt, dass Sie nur oberhalb bewerbungsmäßig top gekleidet und dazu eine Jogginghose tragen könnten. Doch beachten Sie, dass Sie während des Interviews nicht aufstehen müssen, um zum Beispiel etwas zu richten. Wählen Sie also lieber den kompletten Anzug oder gepflegte Kleidung. Das ist dem anderen Gegenüber auch eine Form der Wertschätzung.
Vorbereitung gibt Ruhe
Gerade am Telefon wirken zwei- oder drei-sekündige Sprechpausen und Gestammel fatal. Mimik und Gestik, die im Vier-Augen-Gespräch für Ablenkung sorgen, fehlen bei einem Telefonat komplett. Eine gute Vorbereitung hilft, solche unsicheren Pausen zu vermeiden. Legen Sie die Stellenausschreibung und Ihren Lebenslauf auf den Tisch. Doch bitte kleben Sie nicht an den Unterlagen. Das klingt dann nämlich so, als hätten Sie Ihren Text auswendig gelernt.
Und bei einem Teams-Gespräch hinterlassen Sie einen schlechten Eindruck, wenn Ihr Blick ständig zur Seite wandert. Die Zettel sind Ihr Sicherungsnetz, mehr auch nicht. Lesen Sie lieber Ihre Spickzettel vor dem Gespräch noch ein paar Mal laut vor.
Hintergrund ist keine Nebensache
Überprüfen Sie den Hintergrund noch einmal gut, vor dem Sie während des Jobinterviews zu sehen sind. Sie sollten weder in der Küche noch auf der Couch im Wohnzimmer sitzen. Private Fotos sollten Sie besser auch aus dem Blickfeld des Gesprächspartners entfernen. Am besten setzen Sie sich in ein Zimmer, das zumindest einem Büro ähnelt oder vor ein Bücherregal.
Hintergrundgeräusche vermeiden
Hupende Autos oder kreischende Kinder lenken nicht nur Sie, sondern auch Ihr Gegenüber ab. Oder noch viel schlimmer: Der oder die Personalverantwortliche ist irgendwann genervt und überträgt dieses Gefühl unbewusst auf Sie. Aufgrund der schlechten Tonqualität ist es nicht ratsam, wenn Sie das Jobinterview über die Freisprechanlage in Ihrem Wagen führen. Damit vermitteln Sie den Eindruck, dass Sie das Gespräch nebenbei erledigen – keine gute Taktik. Geschlossene Fenster und ausgeschaltete Haushaltsgeräte wie die Spül- und Waschmaschine schaffen eine gute Grundlage.
Lächeln und Zuhören
Callcenter-Mitarbeitende werden aufgefordert, am Telefon zu lächeln – mit gutem Grund. Denn das Lächeln kann man tatsächlich hören. Durch einen freundlichen Gesichtsausdruck verändert sich Ihre Stimme und das nimmt die andere Seite positiv wahr. Ein Lächeln, ein gelegentliches Nicken und ein gelegentliches Zustimmen zeigen ihrem Gegenüber, dass Sie gedanklich bei ihm oder ihr sind und richtig zuhören.
Blick in die Kamera
Wir kennen das alle, oder? Dass wir uns bei Teams-Gesprächen in dem kleinen Fenster unten rechts selbst beobachten. Das bedeutet für denjenigen, der über unsere Karriere mitentscheidet, dass wir ihm sehr viel Haupthaar zeigen und ihn selbst eben nicht anschauen. Der Blick muss in die Kamera gehen. Im persönlichen Gespräch schadet der gelegentliche Blick in die Augen des anderen schließlich auch nicht. Darüber hinaus lenkt Sie das eigene Bild nur ab. Die Empfehlung: Schalten Sie die Funktion aus. Bevor Sie das machen, können Sie jedoch noch einmal Ihre Haltung überprüfen. Sie wollen ja weder schlaff noch stocksteif wirken.

