Autor: Dr. Wolfgang Runge
Gestalten statt verwalten
Der Arbeitsmarkt befindet sich in einem starken Wandel. Durch Digitalisierung und Industrie 4.0 entstehen komplett neue Berufe. Hinzu kommt der demografische Wandel – darauf zu reagieren wird die Hauptherausforderung für die HR-Arbeit. Fachkräfte werden dadurch zum höchsten Gut für die Unternehmen. Der Arbeitsmarkt wird enger, die Talente, Fach- und Führungskräfte deutlich knapper. Kurz: Der Arbeitgebermarkt wird zu einem Arbeitnehmermarkt. Unternehmen mit einer nachhaltigen Personalstrategie wissen, welche Mitarbeiter sie jetzt und künftig brauchen und welche Fähigkeiten sie mitbringen müssen.
Lebensphasenorientierte Personalpolitik
Bei einer lebensphasenorientierten Personalpolitik bemühen sich Arbeitgeber gezielt, sich auf sich im Laufe eines Arbeitslebens sich ändernde Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeiter einzugehen. Angebote wie Kinderbetreuung, Sabbaticals, Gesundheitsförderung und CSR-Initiativen des Unternehmens werden immer wichtiger. Und diese Angebote werden zum Aushängeschild der Firma. Denn zufriedene Mitarbeiter sind Botschafter für potenzielle Bewerber. Und auch der Arbeitgeber profitiert. Unternehmen, die sich auf die unterschiedlichen Lebensphasen ihrer Mitarbeiter einstellen, sind laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) nicht nur ertragsstärker als der Durchschnitt. Sie haben auch geringere Krankenstände.
Zeit ist das neue Statussymbol
Zudem hat die Generation Y, die aktuell auf den Arbeitsmarkt drängt, ihre eigene Vorstellung von Karriere. Sie hat ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Flexibilität. Neben einer ausgeglichenen Work-Life-Balance und dem Hang zum mobilen Arbeiten. Und: Eltern sollten verstärkt zurück in die Jobs integriert werden. Das funktioniert aber nur mit flexiblen Lösungen. Im Human Age sind Wertschätzung und ein harmonisches Miteinander die entscheidenden Faktoren, um Talente zu gewinnen und zu halten.
Der HR-Manager von morgen
Die HR-Verantwortlichen der Zukunft sind also keine Sachbearbeiter mehr, sondern Personalentwickler. Dazu gehört auch das Recruiting stärker zu internationalisieren und qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Die Zielgruppen sind Fachkräfte und Führungspersonen. Dabei müssen HR-Manager den Fokus auf individuelle Entwicklungsmöglichkeiten und flexible Arbeitsmodelle setzen. Und: HR-Abteilungen müssen sich zu einem strategischen Partner der Unternehmensführung entwickeln. Dazu zählt beispielsweise, dass HR-Manager als vollwertiges Mitglied in den Vorstand bzw. die Geschäftsführung aufgenommen werden.

