Integration ausländischer Fachkräfte bleibt eine Baustelle deutscher Unternehmen
In vielen Unternehmen in Deutschland, in denen großer Fachkräftemangel herrscht, könnten Talente aus dem Ausland manche Lücke schließen. Informationen zum Fachkräftemangel finden Sie auf der Website der Bertelsmann Stiftung. Mehr internationale Mitarbeiter für eine Karriere in Deutschland zu gewinnen, gestaltet sich oft sehr schwierig. Deutsche Arbeitgeber neigen dazu, nur Talente einzustellen, die 100 Prozent ins Profil passen.
Der „Perfect Match“ gelingt nicht immer. So ist es häufig einfacher, neue Mitarbeiter, die nur zu 85 Prozent einem ausgeschriebenen Stellenprofil entsprechen, in Einzelbereichen zu schulen, als die Stellen unbesetzt zu lassen.
Sprache als Barriere
Als große Integrationshürde bei Firmen gilt beispielsweise die deutsche Sprache. Doch Angst vor Sprachbarrieren darf aber kein Argument gegen eine Einstellung sein. Das gilt für beide Seiten am Bewerbungstisch. Während viele ausländische Fachkräfte sich noch von sprachlichen Defiziten abschrecken lassen, setzen deutsche Unternehmen häufiger als Arbeitgeber im Ausland die Landessprache voraus. Und das, obwohl auch für viele Mittelständler das Geschäft inzwischen sehr international ist. In vielen Fällen ist die Lösung, intern einfach auf Englisch zu kommunizieren, so wie das viele Dax-Konzerne bereits tun.
Vielen Personalverantwortlichen erscheint es zu aufwendig und teuer, Mitarbeiter aus dem Ausland zu integrieren. Damit ausländische Bewerber wirklich kommen, sind oft umfassende Einstiegshilfen erforderlich: Bei der Wohnungssuche und beim Umzug, bei der Wahl von Schule und Kinderbetreuung für die Familien. Damit beschäftigen sich spezialisierte Firmen, sogenannte Relocation Services.
Individuelle Betreuung
Besonders wichtig für eine gelungene Integration ist die individuelle Betreuung ausländischer Angestellter. Das Unterstützungsangebot hat sich dabei vorzugsweise am Herkunftsland zu orientieren. Beschäftigte aus südeuropäischen Ländern schätzen besonders persönliche und feste Ansprechpartner, die auch für private Probleme ein offenes Ohr haben und helfen.
Fakt ist: Viele Unternehmen sind auf ausländische Mitarbeiter zu wenig vorbereitet. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat eine Broschüre für die wichtigsten Schritte zum Arbeiten in Deutschland erstellt: Zuwanderungsmöglichkeiten zur Erwerbstätigkeit (PDF). Dort finden sich viele Tipps, Links und Informationen.

