Geht es Ihnen auch so? Wenn sich Menschen heute über ihre Arbeit unterhalten, fällt immer häufiger das Wort: PROJEKT. Im Folgenden geht es um Projektplanung und Projektphasen.
Von der Trödelphase bis zum hektischen Endspurt
Wenn Vorhaben scheitern, läuft das in der Regel so ab: Am Anfang glauben alle, noch reichlich Zeit zu haben. Es wird in Ruhe über alles Grundsätzliche diskutiert. Dann dämmert es langsam, dass die Zeit knapp werden könnte. Und zum Schluss bricht Hektik aus. Alle hecheln einem Ziel hinterher, das kaum noch zu erreichen ist.
So ein Szenario passiert häufiger als vermutet. Eine der wohl am häufigsten zitierten Studien im Bereich des Projektmanagements ist die CHAOS-Studie der Standish Group von 2012: Nur 39 Prozent aller Projekte halten den Zeit- und Kostenrahmen ein, 43 Prozent überschreiten die festgeschriebenen Ziele deutlich und 18 Prozent scheitern. Auch heutige Projekte sind nicht alle erfolgreich. Doch was sagt uns das?
IT-Projekte scheitern oft an „weichen Faktoren“ und die „harten Faktoren“ werden in der Praxis nach wie vor überschätzt. Kommunikation ist DER Schlüsselerfolgsfaktor in Projekten, genauso wie Transparenz, Verbindlichkeit, professioneller Umgang mit Risiken, Unsicherheiten und Spannungen. Agile, iterative und inkrementelle Verfahren und Methoden nehmen an Bedeutung zu, doch das erfordert vielfach ein radikales Umdenken.
Wie müssen Projektmanager*innen grundsätzlich planen, damit Projekte erfolgreich sind?
5 Phasen in der Projektplanung
Phase 1: Prioritäten setzen
In der Regel gibt es mehr Projekte als Mitarbeiter und Ressourcen zur Verfügung stehen. Bevor es losgeht, sollte deshalb die Führungsebene bestimmen, welche Vorhaben wann umzusetzen sind.
Phase 2: Dem Kind einen Namen geben
Das Projekt-Team arbeitet dann effektiv, wenn jeder genau weiß, worum es bei dem Projekt geht. Die Projektleitung hat in dieser Phase Ziele, gewünschte Ergebnisse, Voraussetzungen und Risiken zu definieren – inklusive eines Planes B.
Phase 3: Projektfahrplan entwickeln
Nun beginnt die klassische Planung – das Wer? Was? Wann? Die Projektleiter zerteilen das Vorhaben in handelbare Schritte und Meilensteine. Dazu kommen Kalkulationen von Dauer, Kosten und Ressourcen für jede Aufgabe. Zudem sind Zeitpunkte für Zwischenbilanzen festzulegen.
Phase 4: Monitoring während der Projektumsetzung
Während das Team den Plan abarbeitet, ist diese Phase für Projektmanager geprägt von Kontrollaufgaben. Regelmäßige Meetings mit allen Beteiligten beugen Konflikten vor. Zudem lassen sich rechtzeitig Abweichungen vom Fahrplan erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten. Werkzeuge wie ein Gantt-Diagramm helfen beim Soll- und Ist-Vergleich.
Phase 5: Zum Schluss: Ergebnisse präsentieren
Sind alle Arbeiten beendet, erstellen Projektmanager einen Abschlussbericht. Dieser fasst die Ergebnisse zusammen und misst die Zielerreichung. Nicht vergessen: Zum gebührenden Projektabschluss gehört, mit dem gesamten Team angemessen zu feiern.
Back-Plan: Projekte vom Ende her denken
Kluge Projektmanager planen ihre Projekte rückwärts. Bei einem solchen „Back-Plan“ handelt es sich um ein althergebrachtes militärisches Planungsprinzip, nachzulesen bei Dietrich Dörner in „Die Logik des Misslingens“. Der Vorteil: Man übersieht nicht so leicht, welche Schritte am Anfang nötig sind, um spätere Schritte durchführen zu können. Es lohnt sich, sich vom eingefahrenen Schema zu lösen und etwas Neues zu probieren.

