Versetzung im Job: Wenn der Ortswechsel droht

Was ist bei einer Versetzung zu beachten? Es gibt klare rechtliche Rahmenbedingungen, die einzuhalten sind. » Weiterlesen

vor Transporter voll mit Kisten stehen zwei Männer, die lächeln in Kamera und tragenTeppich und Kisten

Sie haben einen Job bei einem Unternehmen in der Nähe gefunden und sind zufrieden mit den Kolleg*innen, dem Vorgesetzten und der Umgebung. Nach ein paar Monaten eröffnet Ihnen der Chef, dass Ihre Arbeitskraft in einer anderen Betriebsstätte des Unternehmens benötigt wird. Und die liegt am anderen Ende der Stadt oder noch weiter. Eine Versetzung ist für viele erst einmal ein Schock – verständlicherweise. Es gibt jedoch klare rechtliche Rahmenbedingungen.

Was es bei einer Versetzung zu beachten gibt

Rechtlichen Rahmen vor der Entscheidung genau prüfen

Nach Erhalt der Nachricht, sollten Sie sich ausführlich über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren. Dafür lohnt sich zunächst ein Blick in den Arbeitsvertrag. Dort steht in der Regel, an welchem Ort Sie Ihre Arbeitsleistung zu erbringen haben.  

Ist der Arbeitsort Bestandteil des Arbeitsvertrags, kann ein Wechsel ohne Ihre Zustimmung gar nicht durchgesetzt werden. Haben Sie einen Betriebsrat im Unternehmen, muss dieser auch grünes Licht für die Veränderung geben.  

Versetzungsklausel im Arbeitsvertrag beachten

Ist der Arbeitsort nicht im Arbeitsvertrag festgelegt, weil das Unternehmen beispielsweise auf mehrere Standorte verteilt ist, darf der Arbeitgeber bestimmen, wo Sie arbeiten. Firmen mit mehreren Filialen achten meist darauf, dass ihre Verträge dementsprechend gestaltet sind.

Wer also bei einem Unternehmen mit vielen Filialen zu arbeiten anfängt, sollte auf einen Ortswechsel vorbereitet sein. Dabei spielt es leider keine Rolle, wie weit der Arbeitsweg dann für Sie ist.

Trotz Klausel muss der Ortswechsel zumutbar sein

Doch keine Angst: Wenn in ihrem Vertrag eine solche Klausel vorhanden ist, haben Sie sich mit der Unterschrift zwar damit einverstanden erklärt, dass Ihr Arbeitgeber Sie grundsätzlich in einen anderen Standort versetzen kann.

Es gibt aber auch Ausnahmen: So dürfen Eltern von schulpflichtigen Kindern nicht dazu verdonnert werden, hunderte Kilometer weit weg zu arbeiten. Die häusliche Pflege von Angehörigen kann ebenfalls einen Ortswechsel verhindern. Arbeitgeber sind verpflichtet, bei Entscheidungen die Lebensumstände der Mitarbeiter im Auge zu haben.

Unser Tipp im Falle einer drohenden Versetzung: Suche am besten sofort das Gespräch mit Ihrem Chef und tauschen Sie die Argumente aus, die für und gegen den Wechsel sprechen. Vielleicht gibt es ja ein paar Vorteile, die vorher noch nicht klar waren. Möglicherweise gibt es Fakten, die er noch gar nicht kennt. Bestenfalls können Sie mit ihm gemeinsam eine Lösung finden. Damit zeigen Sie Interesse an einer gemeinsamen Klärung, was für Vertrauen sorgt.