So klappt’s mit der Ausbildung auch ohne Schulabschluss

29.11.2020 - Schule ohne Abschluss oder vorzeitig abgebrochen? Die Gründe sind vielfältig. Wir zeigen Ihnen wie Sie trotz allem einen Beruf zu finden, der zu Ihnen passt.

2 Auszubildende mit ihrem Ausbilder an einem technischen Gerät

Jedes Jahr verlassen zehntausende deutsche Schüler die Schule ohne Abschluss. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Trotzdem sollten Sie den Kopf nicht in den Sand stecken, wenn Sie die Schule vorzeitig abbrechen. So finden Sie dennoch den zu Ihnen passenden Job.

Abgebrochen, aber nicht abgeschrieben

Verschiedene Beratungs- und Hilfestellen bieten umfangreiche Bildungsangebote für Schulabgänger ohne Abschluss an und ermöglichen ihnen auf diesem Weg einen Start ins Berufsleben. Im Abschlussjahrgang 2019 gab es insgesamt 52.833 Personen, die als Schulabgänger/-innen ohne einen Hauptschulabschluss eine allgemeinbildende Schule verlassen haben – und dennoch finden viele einen Ausbildungsplatz.

Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit

Ihnen hat in der Schule der praktische Bezug gefehlt und Sie möchten Berufe auch mal ausprobieren? Die berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit bietet Ihnen diese Mischung aus Schule und Beruf. Neben dem normalen Unterricht lernen Sie die Berufswelt nämlich in verschiedenen Praktika bereits kennen und können erste Kontakte zu Unternehmen knüpfen.

Ihren Hauptschulabschluss können Sie nachholen, wenn Sie regelmäßig zum Unterricht erscheinen und gute Leistungen erbringen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche, die die Schulpflicht zwar erfüllt, aber keinen Schulabschluss vorweisen können oder aber noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben. Während der Bildungsmaßnahmen haben Sie außerdem Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe. Wie genau sich dieser errechnet, erfahren Sie im Infoblatt der Bundesagentur. Zusätzlich werden Ihre Fahrtkosten übernommen. Genauere Informationen über die jeweiligen Angebote erhalten Sie bei Ihrem Berufsberater in der nächstgelegen Beratungsstelle der Bundesagentur für Arbeit.

Betriebsluft schnuppern

Im Rahmen der betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ) werden Sie von der Bundesagentur für Arbeit gefördert und Sie absolvieren ein sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum. Während des Praktikums erhalten Sie eine Vergütung, die Sie mit Deinem Betrieb vereinbaren. Wenn Ihnen die ausgeübte Tätigkeit gefällt und auch Ihr Arbeitgeber von Ihnen überzeugt ist, haben Sie die Chance, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Diese Übergangsquote lag in den letzten Jahren bei über 60 Prozent. Sofern Sie noch berufsschulpflichtig sind, müssen Sie diese während der EQ erfüllen und eine Berufsschule besuchen. Nachdem Sie die EQ erfolgreich abgeschlossen haben, erhalten Sie ein Zeugnis mit Ihren erlernten Fähigkeiten.

Ein Jahr zur Vorbereitung

Zu den berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen zählen auch das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ). Während des BVJs erhalten Sie Unterricht in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch oder Mathematik sowie in zwei von Ihnen gewählten Berufsfeldern. Neben der Fachtheorie vermitteln Ihnen Betriebspraktika einen Einblick in die Berufswelt.

Am Ende des Jahres haben Sie Ihre Berufsschulpflicht erfüllt und können im Rahmen der Abschlussprüfung Ihren Hauptschulabschluss nachholen. Finden Sie im Anschluss noch immer keine Ausbildungsstelle, hilft Ihnen das Berufsgrundbildungsjahr. Im BGJ lernen Sie die Inhalte der Grundstufe eines bestimmten Berufsfeldes. Wenn Sie es erfolgreich beenden und in derselben Branche einen Ausbildungsplatz finden, können Sie sich das BGJ unter Umständen als erstes Ausbildungsjahr anrechnen lassen. Über das KURSNET-Portal finden Sie BVJ- und BGJ-Angebote in Ihrer Nähe. Anmelden können Sie sich jeweils mit einem Anschreiben, einer Zeugniskopie und einem Lebenslauf. Außerdem gibt Ihnen die Bundesagentur für Arbeit einen Überblick über den Ausbildungsmarkt.

Unterstützung durch private Verbände

Die Initiative JOBLINGE unterstützt junge Menschen deutschlandweit in Zusammenarbeit mit 2.400 Partnerunternehmen und 1.400 ehrenamtlichen Trainern und Mentoren bei der Suche nach einem Job oder einem Ausbildungsplatz. Das Programm dauert sechs Monate und beinhaltet intensive Betreuung und zwei bis drei Betriebspraktika. Bisher wurden 75 Prozent der Jugendlichen erfolgreich vermittelt. Auch die Caritas bietet verschiedene Programme und Beratungsangebote für Jugendliche an. Ein erfolgreiches Beispiel finden Sie in diesem Video.

Deine Möglichkeiten mit Manpower

Manpower bietet darüber hinaus eine ganze Reihe verschiedener Jobs. Bei einigen davon ist auch ein Einstieg ohne eine abgeschlossene Ausbildung möglich. Bewerben Sie sich einfach direkt auf unserer Website! Weitere Informationen finden Sie unter Arbeiten für Manpower.