Employer Branding ist für Unternehmen ein wertvolles Instrument, um sich Wettbewerbsvorteile am Arbeitsmarkt zu verschaffen. Die Marke ist allerdings anfällig für Gerüchte. Dank Internet verbreiten sich diese wie ein Lauffeuer. Doch es gibt Mittel, mit Behauptungen und Bewertungen umzugehen und die Arbeitgebermarke zu schützen.
Achten Sie zum Schutz Ihrer Marke auf folgendes:
Aktiv statt reaktiv
Gegen schlechte Bewertungen kann sich ein Unternehmen nicht wehren. Das Löschen von Beiträgen ist keine Lösung. Das unterstellt, dass womöglich doch etwas dran ist an den Gerüchten und negativen Aussagen. Die Devise lautet deshalb: Dickes Arbeitgeberfell zulegen und aktiv auf Kritik eingehen. Lassen Sie die Einträge auf der eigenen Karriereseite, auf sozialen Netzwerken und Jobportalen nicht unkommentiert stehen. Sprechen Sie den Absender direkt an und klären Sie die Ursachen für seine Äußerungen. Wichtig: Verbreiten Sie das Ergebnis aktiv über verschiedene Kanäle. So behalten Sie die Meinungshoheit über die eigene Arbeitgebermarke.
Vorsprung durch Monitoring
Um Gerüchte aufzuklären, müssen Sie wissen, dass sie überhaupt im Raum stehen. Dafür brauchen sie ein möglichst lückenloses und automatisiertes Monitoring. Beobachten Sie die einschlägigen und weniger bekannten Plattformen im Internet und Offline-Medien. Je schneller Unternehmen erkennen, dass Gerüchte über das Unternehmen grassieren, desto eher können Sie diese richtigstellen. Wer schnell ist, begrenzt zudem die Verbreitung in Grenzen halten. Wenn Aussagen dagegen zu lange im Raum stehen, verfestigen Sie sich als gefühlte Wahrheit.
Markenbotschafter ernennen
Wenn Mitarbeiter erzählen, wie es wirklich läuft, kann sich das sehr positiv auf die Arbeitgebermarke auswirken. Für Bewerber sind Erfahrungsberichte von Brancheninsidern meist glaubwürdiger als andere Informationsquellen. Ermutigen Sie deshalb Menschen in Ihrem Unternehmen, sich aktiv über ihren Arbeitgeber und ihren Arbeitsplatz zu äußern. Versorgen Sie diese Markenbotschafter mit allen Informationen, damit Gerüchte gar nicht entstehen.
Social Media: Ermutigen statt kontrollieren
Ein wichtiger Bestandteil im Arbeitgebermarketing ist Vertrauen. Bestärken Sie Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen darin, ihre Meinung in sozialen Netzwerken und Jobportalen zu äußern. Versuchen Sie nicht, die Kommunikation zu kontrollieren. Gut aufgestellte HR-Abteilungen bieten dafür Schulungen in Bezug auf Ton, Inhalt und allgemeine Angemessenheit an. Legen Sie den Botschaftern allerdings keine Worte in den Mund. Denn die ungefilterte Kommunikation aus der Feder der Mitarbeiter wirkt authentisch und bildet Vertrauen in die Arbeitgebermarke.
Mit offenem Visier kommunizieren
Bilden Sie immer die Realität ab, die im Unternehmen herrscht – die Führungsweise, die Unternehmensstruktur. Mögliche Gerüchte ersticken bereits im Keim, wenn Mitarbeitende und Bewerbende Informationen aus erster Hand erfahren. Schaffen Sie dafür eine offene und transparente Arbeitsatmosphäre und beziehen Sie alle in die Gestaltung der Unternehmenskultur aktiv ein. Holen Sie sich regelmäßig das Feedback aus den drei Bereichen Mitarbeiter – Bewerber – Alumni in persönlichen Gesprächen ein.
Auf den Punkt
Sie schützen Ihre Arbeitgebermarke also am besten, indem Sie informiert sind, nichts beschönigen und aktiv kommunizieren. Eine kluge Maßnahme ist, mit allen Stakeholdern im engen Kontakt zu stehen und so wenig Raum für Spekulationen wie möglich zu lassen. Haben Sie eine Employer-Branding-Strategie, wie Sie mit der Gerüchteküche rund um Ihr Unternehmen umgehen?
In Zeiten des Fachkräftemangels sind viele Unternehmen gezwungen, ihre Recruiting-Strategie zu überdenken. Was einst ohne viele Kennzahlen funktioniert hat, ist in der heutigen Welt nicht nur ineffizient, sondern auch noch ineffektiv und lässt die Wettbewerber davonziehen.

