Aufbruch in einer Männerdomäne – sagt Ihnen der Name Ada Lovelace etwas? Die im Jahr 1815 geborene Britin gilt als erste Programmiererin weltweit. Für eine nie fertig gestellte Rechenmaschine entwickelte sie eine Liste, die offenbart, welche Operationen mit welchen Variablen durchgeführt werden können. Die heutigen Programmiersprachen Ada und Lovelace Medal sind nach ihr benannt.
Umso verwunderlicher scheint es daher, dass Frauen in der IT-Branche noch immer stark unterrepräsentiert sind. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC entscheiden sich im Jahr 2018 lediglich zwei Prozent der Studentinnen für Informatik als Studienfach. Weltweit gibt es Netzwerke, die das ändern möchten.
Frischer Wind für die IT
Frauen und Männer bringen häufig unterschiedliche Soft Skills in ihr jeweiliges Team mit ein. Je diverser ein Team aufgestellt ist, desto besser sind auch die Ergebnisse. Gerade in die von Männern dominierte Technologiebranche können Frauen neue Ideen und Konzepte einbringen und damit alteingesessene Strukturen aufbrechen.
Die Aussichten sind dabei äußerst lukrativ: Im IT-Bereich herrscht ein immenser Fachkräftemangel und Unternehmen suchen händeringend nach neuen Mitarbeitern, die sich aufgrund der hohen Nachfrage über attraktive Angebote freuen dürfen. Daher sucht der IT-Personaldienstleister Experis junge Frauen, die sich für Python, Java, Cloud Architektur und Projektmanagement begeistern können.
4 Netzwerke stellen wir vor
Women Techmakers: Googles Beitrag zur Gleichberechtigung
Eines der größten internationalen Netzwerke, das sich für Frauen in der Technologiebranche einsetzt, gründete Google im Jahr 2012. Women Techmakers möchte weltweit Frauen für technologische Themen begeistern, verborgene Talente fördern und sich für die Gleichberechtigung der Frau einsetzen.
Das Netzwerk bietet seinen Mitgliedern eine Plattform, auf der die Arbeit von Frauen in der Technologiebranche öffentlichkeitswirksam präsentiert wird. Damit sollen Frauen ermutigt werden, eine Karriere in einem IT-Beruf zu starten und die digitale Zukunft der Gesellschaft aktiv mitzugestalten.
Um dieses Ziel zu erreichen, finden regelmäßig verschiedene Programme, Workshops und Seminare statt. Einige hilfreiche Videos werden auch auf dem YouTube-Channel veröffentlicht. Innerhalb der globalen Community können sich die Mitglieder untereinander vernetzen und über Erfahrungen, Wünsche und Pläne austauschen.
MOINWORLD e.V.: Programmierkurse für Anfängerinnen
Ein Teil dieser globalen Community ist auch das Netzwerk MOINWORLD e.V. in Hamburg und München. Die Non-Profit-Organisation möchte den Anteil der weiblichen Software-Entwicklerinnen und -Managerinnen im IT-Bereich auf 50 Prozent erhöhen.
Dafür bietet das Netzwerk unter anderem kostenpflichtige Programmierkurse für Einsteigerinnen und Fortgeschrittene an. Nach Abschluss des Kurses besteht mit der Unterstützung von Mentoren die Möglichkeit, an echten Projekten mitzuarbeiten. Darüber hinaus finden regelmäßige, kostenlose Treffen, Vorträge und Workshops in Hamburg und München statt, um das Netzwerk kennenzulernen. Ähnliche Veranstaltungen bieten die Women Techmakers Berlin an.
Techettes vernetzt Frauen bei Workshops
Auch die in der Rhein-Main-Region ansässigen Techettes möchten Frauen technische Schlüsselkompetenzen und Begeisterung für IT-Berufe vermitteln. Dieses Netzwerk bietet dafür ebenfalls eigene Events, wie beispielsweise Workshops oder Vorträge an. Außerdem werden auf dem Job-Board aktuelle Stellenanzeigen aus der Technologiebranche für Frauen aus der Region annonciert. Im Verein der Techettes können nicht nur Frauen Mitglied werden – allerdings muss jedes männliche Mitglied mindestens zwei Begleiterinnen mitbringen. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 20 Euro.
Women Who Code bietet globales Netzwerk
Die weltweite Initiative Women Who Code zählt mittlerweile über 100.000 Mitglieder und unterhält Büros auf allen Kontinenten. Das Ziel der Initiative ist, die Frauenquote in IT-Berufen deutlich zu erhöhen. 2015 öffnete die deutsche Vertretung in Berlin, welcher heute bereits Tausende Mitglieder angehören. Auf der Berliner Website werden regelmäßig Jobangebote, Blogartikel und Veranstaltungen veröffentlicht. Erfahren Sie mehr über Alaina Percival im Interview mit der Gründerin von Women Who Code.

