Millionenschwere IT-Projekte, die trotz jahrelanger Vorbereitung und Umsetzung scheitern, sind leider keine Ausnahmen. In den meisten Fällen haben gestiegene Budgets und überzogene Zeitpläne bereits so viel verbrannte Erde hinterlassen, dass das gesamte Projekt unter keinem guten Stern mehr steht. Wenn dann beispielsweise die lange geplante neu eingeführte Software von den Mitarbeitern nicht oder nicht in vollem Umfang genutzt wird, hat es die IT noch schwerer, für künftige Projekte die Zustimmung zu bekommen.
Warum scheitern so häufig gut gemeinte und durchaus sinnvolle IT-Projekte?
Ungenaue Zielsetzung
Was genau will das Unternehmen durch das Projekt erreichen? Haben sich die Bedürfnisse – und damit die Ziele – im Projektverlauf vielleicht geändert und müssen angepasst werden? Gerade bei Großprojekten, deren Umsetzung Jahre benötigt, können sich die Rahmenbedingungen verändern und ein Nachjustieren nötig machen. Achten Sie daher bei der Definition des Projektauftrags auf eine Zielbeschreibung nach dem SMART-Prinzip: Specific, Measurable, Accepted, Realistic, Timely. Passen Sie die Zielbeschreibung in Abstimmung mit Ihren Vorgesetzten entsprechend an.
Stakeholder nicht abgeholt
Ein IT-Projekt ist nur dann erfolgreich, wenn am Ende die Anwender davon profitieren. Aber wer wird davon betroffen sein? Welche nicht direkt im Projekt involvierten Zielgruppen gibt es möglicherweise? Betreiben Sie zu Beginn eines jeden Projekts eine ausführliche Analyse aller möglichen Stakeholder. Dies gilt auch für solche, die eventuell erst zu einem späteren Projektzeitpunkt relevant werden. Wenn Sie alle Stakeholder kennen und Interessengruppen identifiziert haben, informieren Sie diese kontinuierlich über den Projektverlauf, Erfolge und Rückschläge.
Organisation verzettelt
Es ist egal, ob Sie sich für eine klassische oder eine agile Projektmanagement-Methode entscheiden. Wichtig ist es, die Komplexität der anfallenden Aufgaben zu reduzieren. Unterteilen Sie das Projekt in möglichst viele Einzelschritte und ordnen Sie Aufgaben ganz klar den Teams, einzelnen Mitarbeitern oder externen Fachleuten zu. Jeder abgeschlossene Teilschritt ist ein Erfolgserlebnis, welches wiederum an die Stakeholder und Interessengruppen kommuniziert werden kann.
Mangelnde Flexibilität
Im Verlauf eines IT-Projekts kommt es immer wieder zu Änderungswünschen, die den Projektablauf maßgeblich beeinflussen. So verzögert sich beispielsweise der Projektstart wegen zu spät erfolgter Budget-Freigabe, wobei die Roll-out-Termine nicht angepasst wurden. Oder der Auftraggeber formuliert neue Anforderungen. Deshalb müssen Änderungswünsche nach einem klar definierten Prozess aufgenommen, analysiert, bewertet, priorisiert und geplant werden. Die daraus entstehenden Konsequenzen wie beispielsweise verschobene Deadlines haben Stakeholder und Projektteam gemeinsam zu verstehen und nötige Handlungen zu definieren.
Ungenaue Abnahmeprozesse
Legen Sie direkt zu Projektbeginn den Abnahmeprozess für die Spezifikation und den User Acceptance Test (UAT) fest. Dazu gehört auch eine genaue Dokumentation der Fehler und Nachbesserungen. Erst mit der Abnahme endet die Implementierungs- und beginnt die Betriebsphase. Optimal ist es, wenn der erfolgreiche Abschluss vordefinierter Testfälle automatisch zur Systemabnahme und damit zur Entlastung des Projektleiters führt.
