Flexibilität ist ein Muss in der modernen Arbeitswelt

Die Digitalisierung krempelt die Arbeitswelt um. So leben Arbeitnehmer und Arbeitgeber in stetiger Veränderung. Doch diese Arbeitswelt braucht adäquate Regelungen.

Schreibtisch von oben, Personen am PC und Laptop

Seit Jahren werden Arbeitnehmer dabei beobachtet, wie sie ihren Berufsalltag umstellen, ohne sich darüber groß zu beschweren. Das bedeutet nicht, dass sie mit ihrer Situation auch zufrieden sind. Die neue Arbeitswelt benötigt adäquate Regelungen.

Die Kluft zwischen der heutigen Arbeitergeneration und jener vor ihr ist größer denn je. Wenn berufstätige Mütter und Väter zur Arbeit gehen, müssen sie Kompromisse eingehen, um das Kind um 15 Uhr von der Kita abzuholen. Den Luxus, dass einer der beiden Elternteile das Kind bis zur Volljährigkeit aufzieht, ohne zu arbeiten, können sich nur wenige Familien leisten.

Die Erwerbstätigkeit beider Eltern ist somit die Norm in der heutigen Berufswelt. In den Dienst­leistungs­branchen ist eine weitere Normalität zu beobachten: Immer mehr Angestellte sind auch nach Feierabend, also abends und am Wochenende, per Smartphone sowie E-Mail erreichbar und im Einsatz. Hinzu kommt der Faktor, dass das Arbeitstempo in einigen Branchen höher ist als vor wenigen Jahren. Weil das Unternehmen Kosten sparen will, erhalten Beschäftigte die Aufgabe, nebenbei einen Leih­arbeiter zu schulen. Stress am Arbeitsplatz ist also vorprogrammiert. Der moderne Mensch muss lernen, damit umzugehen.

Der Arbeitsmarkt befindet sich in einer ständigen Entwicklung

Die aktuelle Situation des modernen Arbeits­marktes sollte niemanden überraschen. Der Arbeitsmarkt ist kein Gestein, welches über Jahrhunderte dieselbe Form beibehält. Stattdessen handelt es sich um eine eigene Welt, die sich in einem ständigen Wandel befindet. Angetrieben von der Globalisierung wachsen die Standards und Ansprüche. Arbeitnehmer müssen immer mehr leisten und höheren Anforderungen gewachsen sein.

Die Süddeutsche Zeitung hatte derzeit einen interessanten Artikel publiziert, wie das Internet die Arbeit verändert hat. So ist es einfacher denn je, das gewünschte Produkt oder die Dienstleistung online zu kaufen. Per Crowd­funding kann man sich Träume finanzieren, für die man nicht das nötige Geld besitzt. Freelancer arbeiten ausschließlich über digitale Aufträge von zu Hause aus.

Diskutiert wurde über die Abschaffung des Achtstundentags, den der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) abgelehnt hat. Selbst wenn der Achtstundentag offiziell noch steht, hat das Smartphone diese gesetzliche Grenze längst überflüssig gemacht. Natürlich hat das mobile Gerät auch seine Vorteile. So hat es in den letzten Jahren unter anderem die mobile Jobsuche ermöglicht. Auf der anderen Seite sollen Beschäftigte aber auch rund um die Uhr erreichbar sein. Die auf diese Weise entstehende Mehrarbeit wird aber selten bezahlt.

Nicht nur Arbeitnehmer müssen sich dem Markt anpassen

Die Flexibilität, von der hier die Rede ist, betrifft in den meisten Fällen nur die Arbeitnehmer. Die Herausforderung, die neue Entwicklung der Arbeitswelt anzugehen, liegt jedoch nicht zwingend beim Staat, sondern den Unternehmen und Gewerk­schaften. Es gibt bereits Vereinbarungen, etwa in der Metall­industrie, wo Leiharbeiter schneller übernommen und besser entlohnt werden. Weiterhin haben einige Konzerne feste Regeln, die ihre Mitarbeiter davon befreien, rund um die Uhr erreichbar zu sein.

Dennoch haben viele Unternehmen Nachhol­bedarf. Einige von ihnen könnten zum Beispiel Eltern flexible Arbeits­zeiten anbieten. Das ist natürlich nicht in jeder Branche realisierbar. Dort, wo es möglich ist, sollte es aber umgesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre die Heimarbeit einzuführen, welche ebenfalls in bestimmten Branchen umsetzbar ist.

Work-Life-Balance: Der Spagat zwischen dem beruflichen und privaten Umfeld

Für Arbeitnehmer reicht es nicht alleine aus, ihrem Arbeitgeber die Schuld zuzuschieben. Jeder Mensch muss letztendlich lernen, mit der sich verändernden Welt umzugehen. Dies ist aber nur dann möglich, wenn beide Seiten gemeinsam auf dieses Ziel zusteuern.

Für Arbeitnehmer bedeutet das, sich häufiger und umfassender mit dem Thema Work-Life-Balance zu befassen. Auch hier gibt es bereits Unternehmen aus den Bereichen Spiele­software, Reiseportal, Automobil­hersteller sowie Industrie­konzern, die in diesem Bereich eine gute Figur machen. Diese Unternehmen bieten unter anderem eigene Kitas und Fitness­programme an. Weiterhin erlauben sie flexible Arbeits­modelle und -zeiten, sodass Arbeit­nehmer ihre Work-Life-Balance selbst gestalten können.

Work-Life-Balance beginnt am Arbeitsplatz, endet aber nicht dort. Arbeit­nehmer müssen auch zu Hause Prozesse und Methoden erarbeiten und nutzen, die es ihnen ermöglicht, die Aufgaben ihres Privat­lebens schneller und effektiver zu lösen. Ob To-Do-Listen auf dem Telefon, einen mithilfe eines Kalenders geplanten Alltag oder die Beschäftigung eines virtuellen Assistenten: Work-Life-Balance ist heutzutage ein wichtiges Kriterium für ein erfülltes Leben.