Ist der Arbeits­platz der Zukunft auf dem heimischen Sofa?

Arbeitszeit und Arbeitsort werden flexibler und Arbeit­geber gehen für ein gutes Arbeits­klima stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter ein. Welche Faktoren zukünftig bei der Jobsuche entscheiden.

Nahaufnahme, über Tisch mit Laptop bedient Person Handy mit zwei Händen

Die Digitalisierung und der technische Fortschritt des 21. Jahr­hunderts haben eine große Wirkung auf den Arbeits­markt. Die Arbeits­prozesse werden effizienter und schneller, es werden neue Jobs erschaffen und der Arbeitsort wird flexibler.

Im Durchschnitt verbringt jeder Deutsche ein Drittel seines Tages mit Arbeit. Dies ist nach Schlafen die Beschäftigung, in die wir die meiste Zeit investieren. Es empfiehlt sich also für Arbeit­nehmer, diesen Lebens­bereich so angenehm wie möglich zu gestalten. Unser Arbeit­geber kann uns dabei unter­stützen, denn auch er weiß: Wer bei der Arbeit zufrieden ist, arbeitet produktiver. Gibt es bald keine „normalen“ Büros mehr und welche Faktoren sind bei der Jobsuche entscheidend?

Eine internationale Studie der ManpowerGroup „Global Candidate Preferences“ untersuchte, welche Faktoren bei der Jobsuche entscheidend sind. Die Arbeits­zeit­flexibilität war mit durch­schnittlich 38 Prozent einer der drei wichtigsten Motivations­faktoren für berufliche Entscheidungen. Die Top-3-Kriterien sind die Möglichkeiten von Gleitzeit, das ortsunab­hängige Arbeiten bzw. Homeoffice und die Mitsprache bei der Einteilung der Arbeits­schichten.

Dem Deutschen sind vor allem Home­office und Gleitzeit wichtig

Die Deutsche wollen selbst entscheiden, wann und wo sie arbeiten. Dement­sprechend stehen das Home­office in Voll- und Teilzeit­berufen sowie die Gleitzeit im Vorder­grund. Es ist klar ersichtlich, dass die Flexibilität der Arbeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein Grund ist die Präsenz internationaler Unter­nehmen in Deutschland und junge Arbeit­nehmer, die in Zeiten der Digitalisierung aufgewachsen sind. Auch die Arbeit der Gewerk­schaft zum sozialen Arbeits­schutz oder die Vermeidung von langen Warte­zeiten durch Staus im Berufs­verkehr sind Treiber für flexiblere Arbeits­modelle.

Insbesondere in der Chefetage ist der Wunsch nach ortsunab­hängiger Arbeit, wie zum Beispiel im Home­office, sehr hoch. Es gaben insgesamt 44 Prozent der befragten Geschäfts­führer in Deutschland an, dass sie das Home­office befürworten. Die Arbeit­nehmer in Deutschland legen den Fokus im Vergleich zu ihren Vorgesetzten weniger auf ortsunab­hängige Arbeit. Da gab nur jeder dritte Abteilungs­eiter und jede fünfte Fachkraft an, dass es ihnen persönlich sehr wichtig ist, auch von zu Hause aus arbeiten zu können.

Sind „normale“ Büros bald Vergangenheit?

Der Studie nach sehen immer mehr Menschen kultur­übergreifend die Arbeits­zeit­flexibilität als einen sehr wichtigen Motivations­faktor für ihre beruflichen Entscheidungen. So nahm die Anzahl der Arbeit­nehmer, welche dies behaupten, in China, in den USA sowie in Australien um mehr als 20 Prozent zu. Tendenz steigend.

Jedoch ist es unwahr­scheinlich, dass in Zukunft alle Arbeit­nehmer von Zuhause aus arbeiten werden. In vielen Berufen, wie zum Beispiel bei Feuer­wehr­leuten, Ärzten, Pflege, Postboten oder in der Produktion, ist dieses Konzept schlicht­weg nicht umsetzbar.

Auch in manchen anderen Berufen ist es aus Sicherheits­gründen nicht möglich, im Home­office zu arbeiten. Gerade da, wo Mitarbeiter mit sensiblen Daten umgehen, ist Vorsicht geboten. Trotzdem werden zukünftig die Arbeits­zeit und der Arbeitsort flexibler sein. Auch werden Arbeit­geber stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen, um ein gutes Arbeitsklima zu fördern.