Wie kann ich meinen Arbeitsalltag und meinen Betrieb nachhaltiger gestalten und Ressourcen schonen? Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Betrieb.

Grafik: Umwelt, Windräder, Solaranlage, etc

Nachhaltiges Denken, also die bewusste und schonende Nutzung von Ressourcen wie Luft, Boden und Wasser, wird in Anbetracht des Klima­wandels immer wichtiger. Viele Menschen überdenken ihre Lebens­weise, um selbst einen kleinen Teil zur Rettung des Planeten beizutragen. Was im Privat­leben funktionieren kann, gilt auch für die Arbeit. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihren Arbeitsalltag und Ihren Betrieb nachhaltiger gestalten können.

Nachhaltiger Arbeitsweg

Umweltbewusstes Verhalten beginnt schon auf dem Weg zur Arbeit. Im Jahr 2016 sind laut Statistischem Bundesamt zwei Drittel der Deutschen mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Nur rund 14 Prozent nutzten öffentliche Verkehrs­mittel wie Bus oder U-Bahn. Das Fahrrad nahm nicht einmal jeder Zehnte. Corona­bedingt arbeiteten 2021 ein Viertel aller Erwerbstätigen im Homeoffice, doch nicht in alle Branchen sind gleich. Im IT-Dienst­leistungs­bereich arbeiteten 75,9 % der abhängig Beschäftigten von zu Hause aus, im Gesundheits­wesen nur 5,4 %.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Internet­plattformen, auf denen Sie Mitfahr­gelegen­heiten organisieren können. Wenn Sie nicht gerne mit Fremden fahren, können Sie womöglich im Betrieb Fahr­gemein­schaften bilden. Vielleicht wussten Sie noch gar nicht, dass ein Kolleg*in aus einer anderen Abteilung bei Ihnen in der Nähe wohnt und zur selben Zeit losfährt. Die Ersparnisse sind dabei enorm: Bei einem jährlichen Arbeitsweg von 9.000 Kilometern und einem durch­schnittlichen Kraftstoff­verbrauch von 7,2 Liter auf 100 Kilometer können Sie mal eben 1.500 Kilogramm pro Jahr an CO2 einsparen. Nebenbei haben Sie mehr Geld im Portemonnaie, wenn Sie die Benzin­kosten untereinander teilen. Ihre genaue CO2-Ersparnis können Sie mit dem CO2-Rechner für Autos ausrechnen.

Die kleinen Dinge des Alltags verändern

Im Arbeitsalltag können schon kleine Veränderungen große Wirkungen zeigen, wenn alle Mitarbeiter*innen an einem Strang ziehen. Ein Blick in den Pausen­raum liefert oft direkt erste Anhalts­punkte für Verbesserungen. Benutzen Sie für den Kaffee­automaten Einwegbecher, die nach einem Getränk in den Müll wandern? Wie viele von Ihnen haben das Pausen­brötchen in Papier oder Alufolie eingepackt, statt in einer Brotdose? Haben Sie einen Mülleimer für alles oder trennen Sie Ihren Abfall? Toiletten- oder Küchen­papier können Sie durch die aus Altpapier hergestellte Alternative ersetzen. Damit schonen Sie die Ressource Holz. Plastikmüll, wie zum Beispiel Wasser­flaschen, sind auch bei der Arbeit komplett vermeidbar. Eine Trinkflasche aus Metall oder Glas lässt sich ganz einfach am Wasser­hahn auffüllen.

Prüfen Sie, ob während der Pause alle Geräte zwingend weiter­laufen müssen und nicht ausgeschaltet sein können. Im Ruhezustand verbrauchen viele Geräte unnötig Strom. Die umweltfreundlichste Energie ist schließlich die, die gar nicht verbraucht wird. Das gilt ebenso für andere elektrische Geräte, wie beispielsweise die Klima­anlage. Kräftiges Durchlüften entlastet und ist energie­schonend. Bei der Beleuchtung besteht ebenso großes Sparpotenzial – sowohl Energie als auch Geld. Bewegungs­melder auf der Toilette verhindern, dass dort dauerhaft das Licht brennt. In vielen Industrie­gebäuden hängen Leuchtstoff­röhren an der Decke. Diese kann Ihr Chef durch LED-Industrieleuchten ersetzen lassen, mit denen Sie den Energie­verbrauch deutlich senken.

Langfristig planen und sparen

Einige Energiespar­maßnahmen sind mit größeren Investitionen verbunden. Diese Verbesserungen bei Maschinen und Infrastruktur zahlen sich allerdings aus. Auf lange Sicht sind die Prozesse nicht nur nachhaltiger, sondern durch den geringeren Energie­verbrauch auch kosten­günstiger. Wie zum Beispiel Energie­sparen bei der Hallen­heizung funktioniert, lesen Sie in einem Praxisbeispiel.

Sie könnten Ihrem Chef auch einen Wechsel zu einem Ökostrom­anbieter vorschlagen. Zudem ist es sinnvoll, Ihre Heizungen, Lüftungs­anlagen und andere Maschinen regelmäßig kontrollieren, reinigen und warten zu lassen. Bei Neuan­schaffungen jeglicher Art lohnt es sich, auf Siegel zu achten, welche die Umwelt­verträg­lichkeit der Produkte und Dienst­leistungen garantieren. Das Umwelt­zeichen der Bundes­regierung ist beispiels­weise der Blaue Engel. Da inzwischen so viele Siegel existieren, verliert man leicht den Überblick. Einen kleinen Überblick bietet der Durchblick im Siegel-Dschungel.