Projektarbeit - Wer hat’s erfunden?

Projektarbeit: Wer hat's erfunden? Wie begann alles? Ein kurzer Einblick in die Geschichte der Projektarbeit und Grundlagen des Projektmanagements.

Ruine

Gobekli Tepe – die Mutter aller Projekte?

Die Geschichte der Projektarbeit ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Für die Macher der Seite ProjectManagementHistory.com gab es vor rund 11.000 Jahren bereits eine Frühform. Die Menschen müssen aus ihrer Jagd- und Sammel­tätigkeit Planungs­fähigkeiten besessen haben. Dieses Know-how haben sie später umfunktioniert, um damit etwa 9.000 vor Christus auf der anatolischen Hügelkette Gobekli Tepe eine der ersten Tempelanlagen zu errichten. 50 Tonnen schwere Steinquader anzufertigen und zu bewegen, das geht nicht ohne Organisation. Das Rad wurde schließlich erst 5.000 Jahre später erfunden.

Die Gründerväter von DIN 69901 und ISO 21500

Was den Projektleitern der Urzeit allerdings fehlte, war die Systematik. Basis für ihre Projekt­planung waren Erfahrungen. Erst Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts kam man auf die Idee, ein wenig Methode in die Sache zu bringen. 1896 entwickelte der polnische Ingenieur Karol Adamiecki das Harmonogram. Der US-Amerikaner Henry Gantt zog nach und schuf 1910 den Balkenplan, auch bekannt als Gantt-Diagramm. Durch seine Arbeit gibt es unter anderem den 1935 fertiggestellten Hoover-Staudamm. Beim folgenschweren Manhattan-Projekt soll es laut Wikipedia die erste dokumentierte Vorgehensweise gegeben haben. Diesem Erfahrungs­schatz ist es zu verdanken, dass es heute zertifizierte Projekt­management­standards wie DIN 69901 und ISO 21500 gibt.

Jedes Projekt ein eigener kleiner Mondflug

Eine erneute Wende hin zum modernen Projekt­management fand in den 1950ern und 1960ern statt. In dieser Zeit wurde das Projekt­management eine Wissenschaft für sich. Auslöser war der Wettlauf ins All. Die Reise in den Weltraum erforderte völlig neue Denkweisen, Menschen und Maschinen zu organisieren. Wer heute moderne Hochhaus­bauten plant, seine Abläufe digitalisiert und Apps entwickelt, profitiert von den Erkenntnissen aus den vielen, meist militärischen Projekten. Man könnte sagen: Jedes Projekt ist ein eigener kleiner Mondflug.

Projektarbeit 4.0

Heute arbeiten gefühlt alle in Projekten. Studien untermauern die These. Die GPM Deutsche Gesellschaft für Projek­tmanagement e.V. prognostizierte 2011, dass 2020 jeder sechste Euro in Deutschland in Projekten erarbeitet wird. 2007 waren es zwei Prozent.

Parallel erleben wir, wie das Projekt­management teilweise an seine Grenzen stößt. Fehl­planungen wie bei Stuttgart21, Elbphilharmonie und BER zeigen, dass der Schwierigkeits­grad steigt. Die Aufgaben werden komplexer, Projekt­laufzeiten und Reaktions­zeiten auf Kunden­wünsche kürzer. Dieser Trend forciert den Wandel hin zu neuen Arbeits­formen. Die Arbeitswelt von morgen wird so aussehen, dass Menschen noch mehr in fachüber­greifenden Projekten arbeiten werden. Unter dem Stichwort: Arbeit 4.0 müssen sich Projekte noch schneller organisieren und anpassen lassen. Gleichzeitig werden die Mitarbeiter stärker mit dem Unplanbaren umgehen – ein bisschen so wie die Projekt­manager der Urzeit.


Und was macht einen Projektmanager (gn) von heute aus? Erfahren Sie mehr über das Berufsbild. 
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